Man wird das geil werden. Schade das von Gary Daniels nichts zu sehen ist, aber sonst...Will sehen...jetzt!
Schnell noch ein Kommentar zu neuen Lundgren Film Icarus. Glücklicherweise ist ihm dieses Thema wieder besser gelungen als der Vorgänger Command Performance. Hier bekommt man einen harten und ernsten Actionthriller geboten, der vor allem von den relativ realistischen Ballereien und dem satten Härtegrad lebt. Das braucht man auch um über die etwas zerfahrene Geschichte hinwegzukommen. Auch muss man dem Film zwar gute und häufig verteilte, aber niemals spektakuläre oder packende Action vorwerfen. Überhaupt hat der Streifen trotz einer knackigen Laufzeit von knapp 85 Minuten die eine oder andere Länge zu ertragen. Dafür ist Dolph wieder ziemlich cool und passt einfach in solche Rollen. Der ganze Familienkram wirkt zwar etwas aufgesetzt und auch Lundgren verpasst sich abermals eine wesentlich jüngere Gespielin, aber sonst gibt es für Fans sicherlich nicht viel zu meckern. Nur das Bo Svenson so einen kleinen Auftritt bekommt, ist verdammt schade. Letztendlich bleibt ein teurer, als er bestimmt war, aussehender B-Streifen mit guter Action. Mehr will man ja auch nicht. Aber wirklich weiter bewegt sich Lundgren momentan auch nicht. The Mechanik bleibt sein bester Streifen aber für CINETEL ist das eine Rückkehr zu ihren richtig guten Zeiten mit Filmen wie Tripwire oder Mörderischer Irrtum. 7/10
Dan Brown. Washington D.C.: In der amerikanischen Hauptstadt liegt ein sorgsam gehütetes Geheimnis verborgen, und ein Mann ist bereit, dafür zu töten. Doch dazubenötigt er die Unterstützung eines Menschen, der ihm freiwillig niemals helfen würde: Robert Langdon, Harvard-Professor und Experte für die Entschlüsselung und Deutung mysteriöser Symbole. Nur ein finsterer Plan ermöglicht es, Robert Langdon in die Geschichte hineinzuziehen. Fortan jagt der Professor über die berühmten Schauplätze der Hauptstadt, doch die wahren Geheimnisse sind in dunklen Kammern, Tempeln und Tunneln verborgen. Orte, die vor ihm kaum jemand betreten hat. Und er jagt nicht nur - er wird selbst zum Gejagten. Denn das Rätsel, das nur er zu lösen vermag, ist für viele Kreise von größter Bedeutung - im Guten wie im Bösen. Zwölf Stunden bleiben Robert Langdon, um seine Aufgabe zu erfüllen. Danach wird die Welt, die wir kennen, eine andere sein.
Da ist er nun, der lang erwartete dritte Band um Robert Langdon. Und schon wird er durch die abgetrennte Hand eines Freundes wieder zum munteren Rätselspielchen altbekannter Art ermutigt. Pyramiden in Washington finden, eine Karte entdecken und das alles innerhalb von 12 Stunden, denn ansonsten stirbt der ehemalige Besitzer der abgetrennten und mit Symbolen tätowierten Pfote. er muss geheime codes entschlüsseln, zusammen mit Katherine - der Schwester seines "enthandeden" Freundes Peter - und verfolgt von der CIA, deren Beweggründe natürlich lange im Dunkeln verborgen bleiben. Und während man durch das ach so schöne Washington und dessen Sehenswürdigkeiten hetzt, stellt sich heraus, dass Langdon besonders zu Anfang nicht nur naiv bis dämlich durch die Story hechelt, sondern dass er auch im weiteren Verlauf nicht gerade durch Ideenreichtum und Cleverness auffällt. Er ist mehr oder weniger nur Stichwortgeber oder Empfänger von Hinweisen, die er von Mitstreitern erhält. Alles in allem nicht sehr helle, der Mann. Und das, wo sie es doch mit einem grausamen und ganzkörpertätowierten Fiesling zu tun haben. Die langatmige Einführung in die noch junge Wissenschaft der Noetik (oder auch Mumpitz) tut der Gesamtstory auch nicht gerade gut. Doch wie schon in den vorherigen Romanen des Dan Brown: Alles wird gut.
Diesmal spielt sich die Handlung vor der Haustür in Washington ab und Brown wäre nicht Brown, wenn er nicht zumindest einen kleinen Seitenhieb Richtung Kirche einflechten würde. Zudem scheint die Wahl des Ortes des Geschehens durchaus aus wirtschaftlichen Interessen erwogen worden zu sein. Nachdem Brown es tatsächlich geschafft hatte, mit seinen Werken "Sakrileg" und "Illuminati" die amerikanische Bevölkerung dazu zu bringen, ihr sauerverdientes Geld durch ausgedehnte Urlaubsreisen in die alte, verachtete, unbekannte Welt auf den Spuren des Robert Langdon einer fernen und feindlichen Wirtschaftsmacht, genannt EU, in den Rachen zu schmeißen, musste dieser Lapsus schnellstens behoben werden und das Objekt der Begierde in die USA verlegt werden, damit Leute und vor allem Geld gefälligst im Lande bleiben, da Washington doch soooo schön und interessant ist und alles nicht nur genauso wie in Europa (da eh alles abgekupfert, weil keine eigenen Innovationen vorhanden waren) ist, sondern viel besser und schöner und rätselhafter. America first halt. Wer glaubte, die Freimaurer würden hier wieder einmal als böse Bruderschaft herhalten müssen,die die alleinige Weltherrschaft anstrebt, sieht sich massivst geirrt. Bei Danny Boy sind sie die Guten und zwar so lieb und schnuckelig süß, dass Kariesgefahr besteht. Klar, kann er in einem heimatverbundenen Roman nicht die Institution schlecht machen, der etliche ehemalige Präsidenten und Reichs- äh Staatsgründer angehörten, die ja nach amerikanischem Verständnis samt und sondern absolut ehrenvolle, heiligenscheintragende Ritter ohne Furcht und Tadel sind. Allein deshalb kann die Bruderschaft nicht schlecht sein. Und da hat er nun sechs lange Jahre gebraucht, um dieses banale Werk zusammenzuschustern und es kam nicht viel bei rum. Es wirkt trotz des langen Zeitraums, der seit seinem letzten Output vergangen ist, als wäre er nur durch Verlegerdruck endlich in die Gänge gekommen, ein Buch zu verfassen, zu dem er eigentlich gar keine Lust hatte. Nur ein Abklatsch seiner bisherigen Werke, dazu eine zu große Menge Esoterik-Geschwafel, die Wissenschaft der Noetik macht nichts davon glaubwürdiger und auch die keline Wendung zum Schluß hilft dem Buch nicht mehr aus dem Dilemma der Langeweile und Austauschbarkeit. Nix Fesselndes, nix Überraschendes. Da Tom Hanks schon bereit steht, wohl schon direkt als Drehbuch verfasst, wird der Film anhand seiner Story in direkter Konkurrenz mit Streifen wie "Das Vermächtnis des geheimen Buches" stehen und gegen die Bruckheimer/Cage-Kombination untergehen wie die Titanic - nur schneller und ohne Leo DiCaprio. Insgesamt ein langweiliges Buch, das sicher nur die Die-Hard-Fans begeistern wird (oder seine Landsleute, da dieses Werk offensichtlich und ausschließlich auf den US-Markt abzielt) und wohl kein so absoluter Erfolg wie die Vorgänger (und garantiert auch nicht so kontrovers auf dem Buchmarkt diskutiert - mit welchen Mitteln auch immer: Stichwort Vertragsautoren!!!). Ehrlich gesagt, hoffe ich das auch. Dann wird der nächste Roman vielleicht wieder besser.
David Baldacci. Annabelle Conroy, eine der größten Trickbetrügerinnen der USA, hat aus Rache am Mord ihrer Mutter den mächtigen und skrupellosen Kasinokönig Jerry Bagger um vierzig Millionen Dollar betrogen. Jetzt hat Bagger nur noch ein Ziel vor Augen: Annabelles Tod. Der Camel Club um Oliver Stone, der Annabelle schon einmal beistand, setzt auch diesmal wieder alles daran, sie zu beschützen. Doch als nach und nach mehrere Männer tot aufgefunden werden, ahnt Oliver Stone, dass auch er in größter Gefahr schwebt - denn jeder dieser Männer stand in Verbindung zu seiner nebulösen Vergangenheit, die er streng geheim hält. Stone ist überzeugt: Das nächste Opfer wird er selbst sein. Aber wer ist der geheimnisvolle Gegner, der ihm nach dem Leben trachtet?
"Die Spieler" setzt an das Finale von "Die Sammler" an und auch die Rachegelüste des von Annabelle Conroy ausgenommenen Kasinobosses Jerry Bagger bringen den Camel Club im Gegensatz zu den beiden Vorgängern arg in die Bredouille. Plätscherten die ersten beiden selbstauferlegten Missionen noch mehr oder weniger ruhig vor sich hin, geht es nun wirklich ums Überleben. Und immer mehr wird auch die wahre Identität des mysteriösen Clubvorstandes Oliver Stone offen gelegt. Was in den eher gemächlichen "Die Wächter" und "Die Sammler" nur angedeutet wurde, verdichtet sich mehr und mehr zur Tatsache. Oliver Stone ist ein äußerst gefährlicher und rigoroser Kämpfer, der sich mit den Mauscheleien auf Regierungs-und Geheimdienstebene bestens auskennt und daher nicht so leicht zu übertölpeln ist. So kommt es, dass neben den Aktionen von Jerry Bagger gegen Annabelle Conroy ein zweiter Handlungsstrang eingeflochten wird, bei dem frühere Kollegen des als Oliver Stone bekannten Protagonisten nacheinander ohne ersichtlichen Grund aus dem Hinterhalt ermordet werden. Da er nicht selbst ebenfalls das Zeitliche segnen will, muss er sich nicht nur mit Bagger auseinander setzen, sondern auch selbst die Initiative ergreifen, um den gefühllosen Killer seiner ehemaligen Mitstreiter zu erledigen, bevor er selbst zum Abschuss freigegeben wird. Zur Debatte stehen nicht nur die Beweggründe des Killers, sondern auch dessen Identität und ob es Hintermänner gibt. Mit Unterstützung seiner illustren Truppe geht Stone seinen Weg, um beide Gefahren zu eliminieren, was aber diesmal nicht ohne Verluste abgeht. Danach ist es an Stone, sich der Rache zu verschreiben.
Mehr Action, härtere Passagen, Auflösung von Geheimnissen, Todesfall im Camel Club. Baldacci steigert sich von Roman zu Roman bei seiner Reihe um Oliver Stone und seine Außenseiter-Clique. Was ich nach den beiden ersten Bänden für ein mittelmäßiges und keineswegs berauschendes Szenario hielt(vielleicht waren auch meine Vorstellungen zur Storyline zu anspruchsvoll), wird nun doch durch das belebende Element der Action aufgewertet. Durch den roten Faden, der die Vergangenheit des Oliver Stone betrifft, bekommt die Story nun richtig Fahrt, werden die Gegner nicht nur mit List und Tücke bekämpft. Es wird ernst. So macht Baldacci wieder Spaß. Spannend, mit Tempo und kleineren Überraschungen angereichert, kommt die Handlung nun daher. Mit etwas ungewöhnlichen Protagonisten und fiesen Gegenern aus Politik und Privatwirtschaft inklusive eines Rachefeldzuges. Gelungster Band der Camel Club-Reihe. Band 4 darf gerne kommen.
Jeff Carlson. Amerika nach der Nano-Katastrophe und der vernichtenden Invasion durch die russisch-chinesische Allianz: Cam Najarro und Ruth Goldman haben überlebt und helfen beim Wiederaufbau der Regionen unter 3000 Metern. Da taucht eine neue Bedrohung auf: eine hochgradig ansteckende Nanoseuche, die die Menschen innerhalb von wenigen Sekunden in willenlose Werkzeuge verwandelt. Cameron Najarro und Ruth Goldman begeben sich auf die gefährliche Suche nach einem Gegenmittel. Dabei stoßen sie auf die Wissenschaftlerin Kendra Freedman, die Schöpferin der Nanoviren. Auch die neue Generation stammt von ihr. In chinesischer Gefangenschaft wurde sie zur Entwicklung der Seuche gezwungen, um dem Feind die Kontrolle über die Menschheit zu verschaffen. Können Cam und Ruth den Untergang verhindern?
Da lebten sie also friedlich in einem geteilten (Kalifornien - soweit es ncoh existiert - ist unter russischer sowie chinesischer Besatzung) und zur Hälfte zerstörten (der weitaus größte Teil ist mittlerweile Wüste oder versumpft) Amerika in einer kleinen Kommune und sorgten für Nachwuchs, als das Dorf plötzlich von einer Meute willenloser Opfer der neuen Seuche gestürmt wird, wobei die schwangere Frau von Cam getötet wird. Nur Cam und drei Frauen, darunter Ruth, können entkommen und er nutzt die willkommenen Gelegenheit, sich sofort an die Goldman zu hängen. Immerhin ist seine Frau ja schon seit ein paar Stunden tot. Auf ihrem Weg zu einem sicheren Ort müssen die Vier sich mal wieder mit Ameisen, Schlangen und großen Hornissen abplagen und sehen, wie in einiger Entfernung Atombomben einschlagen bzw. die daraus resultierenden Atompilze. Diese sind ein Resultat eines chinesischen Angriffs auf die restlichen, übers gesamte Land verstreuten und unterirdisch versammelten, wenn auch arg dezimierten, amerikanischen Streitkräfte, um jeglichen Widerstand zu brechen. Aber einige Amis überstehen den Angriff und so lässt eine Antwort nicht lange auf sich warten. Während die Gegner also das noch verbliebene bewohnbare Land verwüsten, greift die neue Seuche immer weiter um sich - weltweit. Auch die vermeintlichen Genossen aus dem russischen Lager werden nicht verschont. China will alles. Dem gegenüber stehen die Forscher, die am Gegenmittel arbeiten und die Cam und seine Frauenbewegung zu erreichen versuchen, um zu verhindern, dass die Menschen zu willenlosen, von der Gehirnpest niedergerungenen Werkzeugen und Sklaven der Chinesen werden.
Der dritte Band der Reihe ist überflüssig wie ein Kropf und dient anscheinend nur dem Zweck, die Käufer-Kuh ein weiteres Mal zu melken. Er hätte wirklich besser nach dem zweiten Band Plasma Schluß gemacht. Zudem wird hier mal wieder absolut nach dem America First Schema verfahren. Die armen, friedliebenden (ähem) Amerikaner werden von den bösen Russen und den noch böseren Chinesen, die ihre eigenen Verbündeten ebenfalls unterjochen wollen in die Enge getrieben und müssen sich so mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf Verluste wehren. Da lässt man schon mal einige Mitkämpfer im Stich, wenn man sich einen Vorteil davon verspricht. Und daran krankt auch das gesamte Werk. Sympathieträger kann man nicht finden. Ich hatte den Egoismus der Protagonisten schon hinsichtlich dem ersten Band Nano erwähnt, doch hier wird er sogar noch ausgeweitet (siehe Verhältnis Ruth und Cam kurz nach dem Tod von dessen Frau und Kind) und so ziemlich jeder denkt eigentlich nur an sich, seine Karriere (ja, selbst unter den widrigsten Umständen bzw. im Kampf) oder seinen Ruf. Dafür sind die Gegner natürlich absolut böse und mit den vermeintlich schlechtesten Eigenschaften der Menschheit ausgestattet, den Anführer der Chinesen macht man mal schnell zu einem Schwulen, der seinen Liebhaber opfert, damit keiner sein Geheimnis kennt. An Action mangelt es dem Buch eigentlich nicht, aber wie schon bei den Vorgängern will der Funke einfach nicht zünden oder überspringen. Da kommt keine rechte Spannung auf, kein Mitfiebern (mit wem auch) und da sich vieles aus dem ersten beiden Büchern auch wiederholt, lässt das Interesse von Seite zu Seite nach. Es ist zwar trotz der vielen Kritikpunkte noch einer der besseren Endzeitromane, die ich mir in letzter Zeit gegönnt habe, doch leider ist das keine Qualitätsgarantie, die anderen waren nur noch schwächer. Liest man, vergisst man, geht zum nächsten Buch über.
Richard Morgan. Für die meisten ist Ringil ein gefeierter Held und der beste Schwertkämpfer der Tieflande. Für alle, die ihn etwas näher kennen, ist Ringil lediglich ein heruntergekommener Haudegen, der in einem Provinznest seine Zeit mit Schaukämpfen und halbherzigen Affären totschlägt. Als eines Tages seine Mutter, die Herrin des Klans, in der Tür steht, wird Ringil jäh aus seiner Tristesse gerissen: Er soll eine entfernte Kusine wiederfinden, die in die Sklaverei verkauft wurde. Doch Ringil muss schon bald erkennen, dass seine Kusine nicht nur in einer größeren Gefahr schwebt, als alle bisher glaubten - sondern dass diese Gefahr die gesamte Menschheit bedroht. Im Verborgenen sind die Dwenda, uralte, gottgleiche Wesen, wieder erwacht, und sie wollen die Herrschaft über die Menschen erneut an sich reißen. Ringils einzige Verbündete im Kampf gegen die Dwenda sind seine ehemaligen Kampfgefährten: Archeth, Tochter eines längst verschollenen Volkes, und Egar, Barbarenhäuptling und Drachentöter. Denn so viel steht für Ringil fest - die Rettung der Menschheit wird eine blutige Angelegenheit.
Nachdem ich die erhabene Überlegenheit des legendären Shane mit langweiligen Trailern so gut wie eingeschläfert habe, kann ich mich wieder als Laienpoet der unteren Ebene versuchen. Dafür bin ich Richard Morgan in das Genre der Fantasy gefolgt, der ich bis auf einige Exemplare von Conan in früheren Jahren bis dato nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt habe und demzufolge wirklich als Laie dastehe. In seinem Roman geht es in der Hauptsache um Ringil, einen Kämpfer aus gutem Hause mit schlechten Angewohnheiten. Seine Hobbys bestehen aus kiffen, saufen, killen und Schwänzen hinterherjagen, einfach ein schwuler Tunichtgut, der zum Widerwillen seiner Herkunft zu seinen Lastern steht. Eingeführt werden die Protagonisten mit kleinen Scharmützeln gegen Grabfresser oder Guhls, die sie unabhängig voneinander auszufechten haben. Während Egar, der Drachentöter als alternder Barbar mit Sinn für Gerechtigkeit geschildert wird, ist Archeth doch eher eine streitlustige Xanthippe. Drei Personen, drei Schicksale, die im Laufe der Geschichte zusammengeführt werden. Während Ringil sich auf die Suche nach seiner Kusine begibt, wird dem Leser die Welt, in der die Helden leben, vorgestellt und man kann sich nicht davor schützen, dass Erinnerungen an Intrigen im alten Rom oder am französischen Hof wach werden, wenn seine Eltern oder Lordobere zu verhindern versuchen, dass er die Aufgabe übernimmt. Nach und nach bewegen sich die Hauptfiguren auf ihrem jeweiligen Weg immer näher aufeinander zu und man stellt fest, dass es bis dahin eigentlich keine großen Schlachtengetümmel gibt. Kleinere Kämpfe gegen vereinzelte Gegner ja, mehr aber auch nicht. So mündet das Ganze denn in einer endgültigen Metzelei zur Entscheidung über die Herrschaft der Welt zum Ende des Romans hin.
Langweilig wird es trotz des geschilderten Ablaufes und 560 Seiten nie, da hier eine völlig andere Geschichte erzählt wird, als man sie (zumindest für mich aus Filmen) bisher kennt. Kein strahlender Held ohne Makel, sondern Typen mit Fehlern und Vorliebe für's Zudröhnen. Querköpfe, deren Lebensryhthmus man verfolgen kann, bis sie in die Schlacht ziehen. Eine unkonventionelle Lektüre fern aller Fantasy- und Barbarenklischees, keine Typen mit der Schablone skizziert, dafür einige drastische Sprachgebilde, in denen das F... Wort Hochkonjunktur hat und Morgan scheint Gefallen daran zu finden, in seinem neuesten Buch die Grenzen des guten Geschmacks des öfteren zu überschreiten (wobei dies jeder für sich selbst beurteilen muss) und zu provozieren. Sexuelle Ausschweifungen, Spaß am Töten, Rauschzustände, abgetrennte Körperteile , reichlich Blutvergießen gegen Ende und zerschmetterte Knochen wechseln sich mit einer bedrückenden Fantasywelt ab, die durchaus Parallelen zu moderneren Welten erkennen lässt. Korruption und Günstlingswirtschaft durchziehen auch diese Zivilisation. Ein überzeugender Roman - wobei sich hier aber die Meinungen voneinander entfernen werden. Was für mich eine wohltuende Abwechslung im allgemeinen Heldeneinerlei ist, könnte für andere Leser eher abstoßend wirken. Insgesamt ist er jedenfalls gut geschrieben, hält den Leser bei Laune und langweilt nie.
37. Oben (BD) – Enttäuschender Pixar Streifen der mich nur in wenigen Augenblicken wirklich berühren konnte. Toll gemacht, ohne Frage, aber leider wurde die ziemlich realistische Geschichte mit unpassenden Fliegenden Hunden gemixt. Das passte alles irgendwie nicht zusammen und zum lachen gab es auch kaum etwas. 6/10