Montag, 31. August 2009

Buchreview "Gott schütze Amerika"

Warren Ellis. Privatdetektiv Michael McGill ist einer, der Probleme und Geistesgestörte anzieht, ohne es zu wollen. Und genau so einen kann die US-Regierung gut gebrauchen. Der Stabschef des Präsidenten erteilt ihm den Auftrag, die "Geheime Verfassung" des Landes aufzuspüren. Mit ihr will sie den moralischen Verfall und die Pornographisierung der Bevölkerung aufhalten und die Bürger wieder in eine Zeit zurückversetzen, als Freundlichkeit, Gottesfurcht und Mutterns apfelkuchen alles war, was zählte. Also macht sich McGill auf die Reise durch die Abgründe Amerikas, weil die Regierung glaubt, dass dort am ehesten die "Geheime Verfassung" zu finden sei. An seiner Seite hat er ein polymorph-perverses Tatoo-girl namens Trix. Gemeinsam treffen sie auf Bodybuilder, die sich Salzlösung in die Hoden spritzen, debile texanische Milliardäre und viele weiere seltsame Gestalten, die sie sich in ihren wildesten Fantasien nicht hätten vorstellen können.






Ja, hallo!!! Was war das denn?Einfach genial. Vergesst die inhaltsangabe, die ist nur das Mäntelchen um eine fiese, dreckige Story über das vermeintliche Mainstream-Amerika von heute (und künftig?), wie es keiner erwartet. Anscheinend hat der Autor amerikansiche Sonderlinge und ihre mehr oder weniger perversen Neigungen im Netz beobachtet und daraus einen bitterbösen Roman gebastelt, in dem er seinen Detektiv anstatt einer traditionellen Ermittleraufgabe durch die Perversitäten einer durchgeknallten, internetsüchtigen Nation hetzt. Übrigens, wer die Vorgänge für allzu offensichtlich einem spinnerten Geist entsprungen hält, der wende sich mal kurz an Google - und erlebe seine Überraschung. Im Roman wird mit Salzlösungen gespielt, werden texanische Milliardäre bloßgestellt (ein Schelm, wer Vergleiche zu den Bushs zieht), die des nächtens nackend durch die Weiden rennen und Rindviecher vögeln, bevor sie jene dann garottieren und alte Serienkiller geraten ins Schwafeln ob der mangelnden Anerkennung ihres Berufszweigs. Was hier an Absurditäten geboten wird, ist mir bisher in einem Roman noch nicht untergekommen. Eine hinterhältige und aberwitzige Botschaft an alle, die sich dem Internet anvertrauen oder jene, die glauben, es wäre noch etwas Besonderes, darin veröffentlicht zu sein., denn alles für die Massen Veröffentlichte ist Mainstream. Stellt sich nach der Lektüre nur die Frage: Wie schlimm ist dann das, was noch verborgen ist, abseits des Mainstreams? Gruselige Vorstellung. Ja, bei solchen Bürgern ist der deutsche Titel sicher Programm. Schräg, fies, lustig und völlig durchgeknallt von der Führungsspitze bis in die menschlichen Tiefebenen - so schildert der Engländer Warren Ellis das derzeitige Amerika. eine extrem rüde Abrechnung, die mit dem Klappentext nicht mehr viel gemein hat, was dazu geführt haben dürfte, dass etliche Käufer das Buch als ekelhaft und absolut niveaufrei in die Ecke gepfeffert haben dürften. Andere - mich eingeschlossen - haben gelacht und sich amüsiert, weil es völlig bekloppt und abgedreht daher kommt. Siehe Salzlösung und Milliardäre. Selten bei einem Buch so gelacht. Trotzdem nur bedingt zu empfehlen, da sich so mancher Geschmnacksnerv irritiert fühlen dürfte angesichts der Story und der rüden Wortwahl des Autors. Mir jedenfalls hat es gefallen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es ist doch vollkommener Unsinn anzunehmen man koenne rechtlich nichts machen gegen Stuttgart-21, nur weil der Paul Kirchhoff das im Fernseher gesagt hat. Wo ein Wille ist ist auch ein Weg. Unter der ueberschrift "Gutachten gegen Gutachten" stand gestern in der Stuttgarter Zeitung ein sehr interessanter Artikel. Der Rechtsprofessor Georg Hermes sieht die Rechtslage demnach ganz anders als Herr Paul Kirchhoff. Zitat Georg Hermes: "Es sei klar, dass das Eisenbahnrecht beim Bund liege, das Land trage aber erhebliche Kosten, damit sei es mit zustaendig." Professor Georg Hermes laesst auch nicht gelten, dass Vertraege ewig unkuendbar sein sollen. "Das verstoeßt gegen das Demokratieprinzip." Neue Parlamente haetten dann keine Moeglichkeiten, aus langfristigen Vertraegen herauszukommen, argumentierte Hermes. Auch den Einwand, gegen den Haushalt sei keine Volksabstimmung moeglich, laesst Hermes nicht gelten. "Dann waere eine Abstimmung ueber jedes Gesetz, das Geld kostet, ausgeschlossen.

harry hat gesagt…

Schwätzer, damals wie heute, wenig geschätzter Spammer und Meinungsfascho.

Gruß
Harry