Mittwoch, 8. Mai 2019

Shane Schofields Film-Report: April 2019

Ein prall gefüllter Monat, wo ich mal wieder Zeit hatte einiges ab zu Arbeiten. Darunter einige neue Titel, exklusive Netflix Streifen und natürlich - um sich von den meisten Enttäuschungen der neueren Filme zu erholen - etliches älteres Zeug. Taucht mit mir ein, in eine Welt voller bunter Abenteuer. 


RED = FIRST WATCH / YELLOW = RE- WATCH


64. Brimstone (BD) – Etwas zu lang geratener, aber gut gespielter Western mit düsterer Stimmung.  Insgesamt konnte mich die Geschichte aber nicht vollends gefangene nehmen. Aber wenn man mal einen Western im anderen Setting sehen möchte, ist man hier sicherlich nicht falsch. 6/10
65. Santa Clarita Diet - Season 3 (Netflix) – Weiterhin massiv unterhaltsam mit frischen Ideen und toll aufgelegten Darstellern. Vor allem Olyphant und  Gisondo machen unglaublich viel Spaß. Leider ist das die letzte Staffel (relativ offenes Ende) und Netflix etabliert sich immer mehr als Scheißverein wie diverse andere Sender, welche sie ja nicht nach eifern wollten. Fail. 8/10
66. Rocco (Netflix) – Doku über das letzte Jahr von Rocco Siffredi als Pornodarsteller. Teilweise sehr offen, teilweise etwas oberflächlich aber durchaus interessant und manchmal auch bedrückend. Gelegentlich arbeitet er aber auch heute noch vor der Kamera. 6/10
67. Die Piratenbraut (BD) – Ewig nicht mehr gesehen und auch nicht besonders gut in Erinnerung. Diese täuschte nicht, auch wenn es einige fette Actionmomente und Explosionen gibt, ist der Streifen nicht nur viel zu lang, sondern auch noch in den Hauptrollen fehlbesetzt. Warum ständig männliche Regisseure ihren Partnern irgendwelche Actionknaller auf den Leib schustern müssen, erklärt sich wohl nur im Schlafzimmer. Ruinierte leider die Carolco Produktionsschmiede. Hätte man aber wissen können…5/10
68. 1922 (Netflix) – Auch ein starker Thomas Jane mit dicken Südstaaten-Akzent kann nicht verhindern, dass dieses Familiendrama zu spröde und wenig spannend umgesetzt wurde.  King wusste schon warum es nur eine Kurzgeschichte sein sollte. Als Film reicht es nur zum Mittelmaß. 5/10
69. The Babysitter (Netflix) – Der Film von McG (dessen Terminator ich weiterhin als sehr ordentlich empfinde) ist ein überraschend sympathischer Horror-Spaß der Laune macht und einige Wilde Ideen offenlegt. Dazu kommen passende Jungdarsteller und nette blutige Sequenzen. Mal eine positive Überraschung. 7/10
70. Hellboy (BD) – Die erste Verfilmung von Del Toro ist famos besetzt, lässt viel Raum für seine unmenschlichen Figuren und bietet einige nette Actionszenen. Auch wenn sich einiges wiederholt, wird es nie wirklich langweilig. Die Story selbst ist aber eher Standard. 7/10
71. Hellboy – The Golden Army (BD) – Teil war nicht besonders erfolgreich und so dauerte es 4 Jahre bis Del Toro bei einem anderen Studio die Fortsetzung drehen durfte. Hier entfernt er sich noch mehr von der Vorlage und taucht ein in eine tolle Fantasiewelt mit unzähligen Kreaturen und beeindruckenden Masken und Setpieces. Da es hier mehr Abwechslung gibt, gefällt mir der Film einen Tick besser als der Vorgänger. Erfolgreich war dieser aber auch nicht sonderlich.  8/10
72. Hellboy (IMAX) – 11 Jahre später durfte sich Neil Marshall an Hellboy versuchen – mit deutlich reduzierten Budget und neuer Besetzung. Herausgekommen ist eine prollige Variante von Hellboy, teilweise näher an der Vorlage und deutlich actionreicher und brutaler. Leider ist die Story nicht wirklich rund und braucht etwas um in die Gänge zu kommen, verzichtet dabei aber auf tiefere Momente der Figuren. David Harbour ist nicht übel, einige Effekte sehr gut, während andere echt scheiße sind. Unterhaltsam war es trotzdem und die teilweise vernichtenden Kritiken nicht wirklich berechtigt. Dazu gab es wohl Streitereien am Set und man darf gespannt sein ob sich Neil Marshall hiernach noch einmal für einen Kinofilm qualifiziert. Es wäre schade wenn nicht. 6/10
73. Bent (BD) – Solider Thriller mit Karl Urban, dem die Rolle sehr gut steht. Sonst gibt es hier wenige Überraschungen zu finden. 5/10
74. How it ends (Netflix) – Ein weiter Original-Netflix Film der einfach nur durchschnittlich ist. Zwar ist der Mittelteil (fahrt durch Amerika) durchaus ansprechend, aber ob die Entwicklungen die hier geschildert werden wirklich so schnell einsetzen ist dann doch fraglich. Kann man darüber noch hinweg sehen, vergrämt einen das Finale fast alle positiven Aspekte. Im Kino ein sicherer Flop. 5/10
75. Kosmokiller (DVD) – Schöne Monstereffekte, harter Splatter, sonst leider nur ziemlicher Murks mit hässlichen Schauspielern.  Konnte mich noch nie begeistern. War jetzt der letzte Versuch. 4/10
76. All the Devils Men (BD) – Selten einen Film gesehen, der durchaus kompetent in Szene gesetzt wurde und trotz diverser Scharmützel nicht einen Hauch von Interesse erzeugen kann. Der Film und seine Figuren waren mir durchweg egal. Kann gar nicht genau beschreiben was das Problem war, aber irgendwie war das alles Langweilig. 4/10
77. A Quite Place (BD) – Endlich auch mal den Überraschungshit gesehen und einigermaßen nett unterhalten worden. Diverse Logiklöcher zum  Trotz, kann er das Setting schon ganz gut etablieren, dennoch nicht wirklich begeistern. Wie gesagt Nett, mehr nicht. 5/10
78. Halloween (BD) – Der neue Halloween als angebliche Fortsetzung nach Teil 1 und alle anderen nicht mehr beachtend. Na ja. Viel besser als manche Fortsetzung war der auch nicht. Aber auch nicht schlechter.  Noch immer gibt es dummes Verhalten und unsinnige Drehbuchkniffe. Aber geschicktes Marketing bauschte den Film zu einem enormen Erfolgsstreifen. Jetzt bitte eine Fortsetzung oder ein Remake von Halloween III…oder lieber einen guten Film in Ruhe lassen. 6/10
79. Deadly Force (BD) – Wings Hauser als Stoney Cooper im Kampf gegen knallharte Bösewichter. Solider Actionstreifen, der aber nie richtig zündet und zu verhalten in seinen Actionszenen ist. Dennoch schön solche Filme auf Blu-ray zu erleben, denn jetzt sieht man durch das richtige Bildformat auch nicht mehr das Mikro ins Bild hängen wie bei der VHS von UFA. 6/10
80. Happy Hunting (BD) – Sehr ansprechende Menschenjagdfilm der vor allem durch das trostlose Setting und der gut gespielten und interessanten Hauptfigur gefallen kann. Hinzu kommen einige coole Ideen beim töten von Menschen und ein fieses Ende. 7/10
81. Monster (DVD) – Auweia. Ziemlich miese Verfilmung von Matt Shaw, der sein eigenes Buch umsetzte. Billig, nervig und schwach gespielt und inszeniert. Hoffe das Buch ist besser. So hat der Film nur ein Highlight, nicht wahr Harry? 2/10
82. Ejecta (BD) – Atmosphärischer, leicht verquaster Alienentführungsthriller den man durchaus mal schauen kann. 5/10
83. Song of Solomon (BD) – Harter Exorzismus-Horror, der hauptsächlich Wert auf seine Gewaltexzesse legt. Dabei fehlt es leider an Spannung und einer Hauptfigur mit der man mal mit zittern kann. Sicherlich der brutalste Exorzismus-Film, aber bei weitem nicht der beste. 5/10
84. Death House (BD) – Death House ist ein Beispiel wie man aus einer einfachen, aber guten Idee dennoch einen völlig misslungenen Film zaubern kann. Trotz guter Besetzung verkommt der Film zu einer Reihe von merkwürdigen Ideen und misslungenen Einfällen. Warum nicht das Konzept straight durchziehen? Warum nicht als Helden auch ehemalige Stars verpflichten? Warum die Besetzung mit so wenig Verstand einsetzen? Und die Fahrstuhlschacht-Szene? Selten was Schlechteres gesehen.  Ich weiß es doch auch nicht warum das alles so vergurkt wurde. Echt schade!  3/10
85. Uhrwerk Orange (BD) – Verstörender, aber auch merkwürdiger Streifen der so genial wie manchmal lahm ist. Gerade im letzten Drittel schwächelt der doch immens. Nichts desto trotz ein mutiger und wegweisender Streifen. 7/10
86. Rabid (BD) – Cronenbergs Zombie-Variante mit Anus (oder Pussy?) unter der Axel, funktioniert auch heute noch ganz gut, merkt man aber auch einige Schwächen an. 6/10
87. In the Dark (BD) – Mal wieder eine Wohnung die besessen ist und die neuen Bewohner in den Wahnsinn treibt. Günstig produziert, mit einigen Momenten aber wenig Highlights um empfohlen zu werden. 4/10
88. Hellmouth (BD) – Optisch kommt der Film in Sin City Manier daher und bietet einen guten Stephen McHattie und schräge Ideen, die leider etwas zu verworren präsentiert werden. Nicht immer leicht ist der Handlung zu folgen. Mal was anderes, aber auch kein Geheimtipp. 5/10
89. Fled (BD) – Netter Actionsnack, der vor allem in seinen Actionszenen gefallen kann. Viele blutige Einschüsse, oftmals in Zeitlupe gehen immer. Sonst ist die Story dermaßen überholt, das sie schon unfreiwillig komisch ist und Stephen Baldwin ist einfach nicht sehr gut besetzt. Unterhaltsam ist es dennoch. Vor allem weil Robert John Burke auch mal etwas Action zeigen darf. 7/10
90. Scarecrows (BD) Atmosphärischer, wenn auch etwas zu langsam agierender Vogelscheuchen Horror von William Wesley, der bis heute leider zur zwei Spielfilme inszeniert hat, obwohl er zweifellos über ein gewisses Talent verfügt.  6/10
91. Meridan (BD) – Zwei schicke Hauptdarstellerinnen (Fenn und Spradling) helfen nicht darüber hinweg, dass der Gothic-Horror Versuch von Charles Band nicht wirklich funktioniert. Vor allem weil man eigentlich gar nicht genau weiß warum die Figuren solche Gefühle füreinander entwickeln. Immerhin sind die Locations nett und die erotischen Momente gehen auch in Ordnung. 5/10
92. The Hunter‘s Prayer (BD) – Kleiner, aber durchaus brauchbarer Actionthriller mit Sam Worthington und einigen netten Actionszenen. Nicht berauschendes, aber auch kein Rohrkrepierer. 6/10
93. Rituals (BD) – Überlebenskampf in der Tradition von Beim Sterben ist jeder der Erste, der aber noch etwas garstiger und unfreundlicher daher kommt. Durch den Killer gibt es hier mehr Horroranleihen, aber die nicht unbedingt sympathische Figurenzeichnung erschwert etwas das mit fiebern. Bedrückender Schocker mit einem starken Hal Holbrook und einen wilden Finale. 7/10
94. Uninvited (BD) – B-Horror, der nicht wirklich unheimlich ist oder besonders intelligent wirkt. Schon der Killer (ein Monster in einer Katze) ist schon eher als schräg zu betiteln. Die Altstars wirken wie im Urlaub (Kennedy eher angepisst worauf er sich wieder eingelassen hat, Cord mit ziemlichen Spaß bei der Sache und Culager völlig meschugge mit falschen Zähnen und dicker Brille) und die jungen Leute sind teils Sexy (Shattuck, Estes, Carey) aber ziemlich bescheuert. Unterhaltsam irgendwie, aber nicht auf eine gute Art. 5/10
95. Deathstalker (BD) – Düstere und harte Barbarenaction die man heutzutage nie mehr zu Gesicht bekommen wird (das Quasi-Remake Barbarian wr ja schon ein Desaster). Einer der besten Titel aus dem Bereich – was immer das heißen mag. Ich finde ihn immer wieder gelungenen und nur das Finale stinkt dann doch ziemlich ab. Bis dahin gibt es jede Menge Blödsinn.  7/10

Kommentare:

Brice hat gesagt…

Hellboy 2 dürfte meine liebste Comicverfilmung der letzten 15 Jahre sein, den fand ich irgendwie einfach nur gut, obwohl ich es sonst mit den Comicsachen nicht so halte. Da gehe ich sogar noch einen Punkt höher.

Die Piratenbraut wollte ich auch mal wieder sehen, kann mich überhaupt nicht erinnern, allerdings kann ich mit Gena Davis auch nicht so viel anfangen. Selbst in Tödliche Weihnachten wurde ich nicht warm mit ihr.

Fled habe ich auch ordentlich in Erinnerung.

Die Netflix Produktionen verstehe ich auch nie so ganz, irgendwie fehlt da immer der letzte
Schliff, bei vielen guten Ansätzen und gutem Budget. Triple Frontier war da noch der beste und stimmigste. Werde demnächst mal The Highwaymen sichten.

Shane Schofield hat gesagt…

Die beiden stehen auch noch auf meiner Liste. Abschrecken tun immer wieder die zu langen Laufzeiten. Von Triple Frontier habe ich auch nur negatives gehört, aber bei der Besetzung werde ich natürlich trotzdem schauen müssen. Und deine Worte verstärken den Drang wieder.

Brice hat gesagt…

Also im Vergleich zudem was man sonst so aktuell an Produktionen mit etwas größerem Budget in dem Bereich bekommt ist Triple Frontier schon ordentlich. Regie, Kamera, Schauplätze, Charaktere ist alles 1a. Wie Harry aber schon mal anmerkte hat es halt einen Drama Touch und einige haben vielleicht eher auf einen reinen Actioner, mehr Heist Charakter oder noch etwas mehr Wumms, wie z.B. in Bays 13 Hours, gehofft. Wenn man aber z.B. mit dem franz. Special Forces, Lone Survivor oder Criminal Squad was anfangen konnte sollte man nicht enttäuscht werden.

harry hat gesagt…

@Brice. Ja, ich bin da wirklich mit der falschen Erwartungshaltung (nach dem Trailer) rangegangen und war dementsprechend nicht so wirklich zufrieden mit dem Film. Was du äußerst ist in allen Punkten schon zutreffend.
@Shane. Wenn du an den Film gehst wie es Brice beschreibt, dann könnte der schon deins sein.

Gruß
Harry

McClane hat gesagt…

"Hellboy" 1 und 2 seh ich ähnlich, wobei ich die 1 als etwas stärker in Erinnerung hab. Müsste die aber mal wieder schauen. "Hellboy - Call of Darkness" war zwar nicht die Megakatastrophe, als die er teilweise bezeichnet wurde, aber IMO sowohl als Hellboy- als auch als Neil-Marshall-Film ein laues Lüftchen.

"Santa Clarita Diet", "Uhrwerk Orange", "Fled" und "Scarecrows" seh ich ähnlich.

"Deadly Force" ist irgendwie faszinierend. Keinesfalls ein sonderlich herausragender B-Actioner, aber mit seiner absolut asozialen Hauptfigur und seinem eitlen Hauptdarsteller eine Schau für sich, ergänzt um denkwürdig bizarre Szenen.

"Die Piratenbraut" mochte ich, hab den aber seit 15 Jahren nicht mehr gesehen.
Besser als du fand ich außerdem "Brimstone" (faszinierender Western der etwas anderen Art, auch wenn er nachlässt, sobald man alle Geheimnisse kennt) und "A Quiet Place" (trotz mancher Logiklücken schon ein ziemlich stark inszenierter Was-wäre-wenn-Horrorfilm).

Mit "Rabid" konnte ich wenig anfangen und auch von "Deathstalker" war ich enttäuscht. Zu wenig Action und zu viel Fleischbeschau für meinen Geschmack, da hat mich Teil 2 deutlich mehr überzeugt.

"Rituals" und "The Babysitter" wollte ich eh mal schauen; von "Happy Hunting" hatte ich bisher noch nichts gehört, obwohl ich ein Faible für Menschenjagdfilme habe.

"Triple Frontier" hab ich noch nicht gesehen, aber von Freunden gehört, dass man eher sowas in Richtung "Der Schatz der Sierra Madre" oder "Atemlos vor Angst" erwarten soll als große Spezialeinheiten-Action.