Dienstag, 18. August 2015

James Dashner. Michaels Leben ist ein einziges Game. Denn Michael will eine Cyber-Legende werden. Doch als sich eine Gamerin im VirtNet vor seinen Augen umbringt, ist plötzlich nichts mehr, wie es war. Dahinter steckt der berüchtigte Cyber- Terrorist Kaine, dessen Motiv ebenso im Dunkeln liegt wie sein Aufenthaltsort. Und Michael ist derjenige, der Licht in die Sache bringen soll – im Auftrag des virtuellen Sicherheitsdienstes. Eine Mission mit höchstem Risikolevel, denn ab jetzt bewegt er sich auf Pfaden, auf die sich noch keiner vor ihm im VirtNet gewagt hat. Quelle: Amazon.

Michaels Leben ist die virtuelle Welt. Er ist ein Gamer ohne jegliche anderen Interessen. Schön faul, weil versorgt von viel zu reichen Eltern, die immer nur unterwegs sind und ihn daher einem Kindermädchen oder auch Haushälterin genannt, überlassen haben, treibt er sich vorzugsweise im VirtNet rum. Sein einziges Ziel in seinem bisher nutzlosen Leben: Er will DIE Legende im Netz werden, der EINE unter vielen. Eines Tages beobachtet er, wie sich ein Mädchen nicht nur im Netz umbringt, sondern ihre Tat auch Auswirkungen auf ihr reales Ich hat: den Tod, das endgültige Aus für Spaß und Freud - und Nichtstun. In seinem Bekanntenkreis schlägt das Vorkommnis selbstverständlich Wellen, seine Freunde Sarah und Bryson sind ebenso entsetzt wie er. Noch mehr trifft es sie aber, als VNS in Person von Agentin Weber an ihn herantritt. VNS ist die NSA des VirtNet. Regierungsagenten, die sich die Gamer zunutze machen, um virtuelle Kriminelle zu bekämpfen. Einer der ganz üblen Sorte ist Kaine. Er ist auch der Schuldige am Tod des Mädchens. VNS will Michael, VNS bekommt michael. Er sagt zu, in deren Auftrag den Schurken zu bekämpfen. Er ahnt nicht, was auf ihn und seine Freunde die ihn selbstverständlich unterstützen wollen, noch zukommt. Der Auftrag birgt höchstes Risiko, Michael lernt Facetten des VirtNet kennen, von denen er niemals etwas geahnt hat. Und Gefahren, die ihn an den Rand des Wahnsinns treiben. 

Nun, James Dashner ist mir  nur wegen seiner "Maze Runner"-Trilogie bekannt und die hat mir recht gut gemundet. Also mal flott nach seinem nächsten Fortsetzungswerk gegriffen. Diesmal werden die virtuellen Welten von Jugendlichen als Lebensinhalt bezeichnet und von einem Leben außerhalb, geschweige den irgendwelchen Pflichten, moralischen Grundsätzen, Kontakten, einfach einem Leben ist das schon nichts mehr zu finden. Gerade die Figur des Michael mit seinen ultrareichen Erzeugern, die ihn mit seiner Nanny, die jeden Handschlag für ihn macht, und enormen finanziellen Mitteln ausgerüstet haben, weil sie eh nie da sind, ist mir zu Beginn so unsympathisch, dass es mir das Buch schon etwas verleidete. Und dass sie dann in etwas, das "Sarg" genannt wird, rumliegen, intravenös ernährt werden und dauernd mit dem Netz verbunden sind, weckte in mir den Wunsch, dass sie bald in richtigen Särgen liegen würden. Ein Vorteil war dann nur, dass der böse noch böser ist. Und dann soll die Chose ab 13 Jahren sein? Holla, die Waldfee. Da kommen einigen zwar recht kreative, aber auch ziemlich hart-brutale Sequenzen auf den geneigten Leser zu, dazu ein bisserl Grusel und leider viel wirres Zeug und Gequatsche. Ich hab schon einige Romane zu dem Thema konsumieren dürfen, aber mir sind dann die komplexeren, mit einer brauchbaren Sprache und einem angenehmen Stil von Autoren wie Daniel Suarez, Ramez Naam oder Anders de la Motte (Dessen Abschluss seiner Trilogie zwar vom damaligen Verlag groß angkündigt, sogar schon mit Inhaltsangabe, Cover und Termin versehen, dem Kunden dann doch vorenthalten wurde. Kundenservice Großverlag!!!!!) gelesen und die sind James Dashner in allen Punkten weit, weit voraus. Dass der Mann etwas kann, hat er ja bewiesen, aber hier - epic fail!!!. Trotz gewissen Elementen, die Tempo hervorrufen, war bzw. ist dieses Buch nur blasser Quark, der recht wirr dargeboten wird und den auch die Wendungen gegen Ende nicht mehr retten können. Die Fortsetzungen dürfen sie gerne behalten. Ich lese dann lieber den neuen Naam "Crux".    

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