Montag, 18. Juli 2016

Buchreview "Kaiserkrieger 9 - Schwere Gezeiten" D. v. d. Boom

Dirk van den Boom. Das Imperium von Mutal wächst, und damit auch die Zahl seiner Gegner. Während sich eine große Allianz freier Mayastädte bildet, um im Einklang mit dem mächtigen Teotihuacán der Expansion der Götterboten einen Riegel vorzuschieben, versucht die Expedition der Römer, Kontakt mit den Festlandmaya aufzunehmen und Näheres über die Zeitreisenden aus Japan zu erfahren. Doch schnell überschlagen sich die Ereignisse und mancher, der noch meinte, das Heft des Handelns in der Hand zu halten, wird eines Besseren belehrt. Konflikte eskalieren, Geschehnisse geraten außer Kontrolle und Römer, Japaner wie auch Maya geraten in schwere Gezeiten.

 Nachdem Inugami sein Reich ausgeweitet hat, regiert bei ihm aber auch weiterhin eine gewisse Vernunft. Er kann nicht nur mit aller Gewalt gegen die anderen Stadtreiche vorgehen. Das würde ihn nur Krieger kosten - oder Arbeiter. Seine eigene Truppe ist nur zum Kampf geboren und bei jedem Krieg hagelt es Verluste - auch beim Gegner und so kann er dessen Männer nicht seiner eigenen Armee zuführen. Inugami hat deswegen einen anderen Plan ausgearbeitet, der in seinem Sinne die Probleme lösen wird. Indes haben sich die Römer auf der vorgelagerten Insel eingerichtet, lernen Sprache und Gebräuche der Bewohner und erhalten bald Besuch. Unterschiedliche Gruppierungen auf dem Festland wollen die Zeitreisenden ebenso für sich einnehmen wie die Leute um Inugami. Doch nicht alles läuft dabei in völligem Frieden ab. Wieder werden Stadte überfallen, Abordnungen in tödliche Hinterhalte gelockt, sterben massenweise Krieger im Kampf. Inugami hat es geschafft, dass sich gewisse Reiche plötzlich einen - und das nicht zu seinem Vorteil. Besonders Metzli tut sich hervor. Er will zusammen mit Chitam die Macht der Japaner brechen und dafür ist er sogar bereit, ein großes Geheimnis zu lüften. Und Aritomo Hara bekommt den schier unmöglichen Auftrag, das U-Boot aus seiner misslichen Lage auf der Spitze der Pyramide zu befreien und es danach ins nächste fließende Gewässer zu transportieren. Das wäre ein immenser Vorteil gegenüber den Schiffen der angelandeten Römer. 

Mit dem dritten Buch des zweiten Zyklus hat Dirk van den Boom auch die Bremse gelöst und bringt die Handlung ins Rollen. Die beiden Vorgänger dienten da wohl zur Etablierung diverser Charaktere und der Beschreibung von Land, Leuten und Vergangenheit. Nun sind alle im Prinzip angekommen in der Vergangenheit, die jetzt ihre Gegenwart ist. Doch Freundschaften blühen hier nicht so schnell auf. Ein Großteil der Haupfakteure spinnt Intrigen, manipuliert und lügt. Und auch wenn Inugami sich etwas zurückhält - er ist und bleibt ein mörderischer Herrscher, der sein Reich immer weiter ausbauen will. Koste es, was es wolle. Er stellt es jetzt nur cleverer an. doch auch Chitam, Metzli und all die anderen sind keine friedfertigen Geister ohne Hintergedanken. Die Ereignisse kommen jetzt zügiger voran, manchmal treibt der Autor den Leser geradezu durch die Seiten und die doch zumeist ruhigen beiden Vorgänger werden jetzt durch recht blutige und sehr verlustreiche Kämpfe ausgetauscht, in denen die unterschiedlichste Waffen zum Einsatz kommen. Neue und alte - doch eines hat von den Neuankömmlingen keiner bedacht: Die Krieger kämpfen wild und verwegen bis zum Schluss, geben nie auf. Sie werfen sich ins Feuer der Gewehre und Kanonen. Und sind sie gefallen, greifen sich die Frauen die Waffen. Das nötigt den Zeitreisenden mehr als nur Respekt ab. So manche Maske fällt und mache Figur zeigt ihr wahres Gesicht und Dirk van den Boom macht auch nicht halt vor vermeintlich lieb gewonnen Charakteren. Fast so überraschend wie in der TV-Serie "The 100" werden schon sehr zeitig einige Hauptfiguren von der "Teilnahme" an dieser Geschichte befreit. Somit unterstreicht der Autor auch, dass ihm an Vorhersehbarkeit nichts gelegen zu sein scheint und er die Spannung aufrecht erhalten will. Eine fesselnde Story mit viel Kampf und Action, einigen Intrigen und einem weiteren Geheimnis, das selbstverständlich noch nicht aufgeklärt wird und sich als Cliffhanger zum Kaufanreiz von "Kaiserkrieger 10 - Brennende Tempel" verdient macht. Wenn ich das zuletzt richtig gelesen habe, wird der elfte Band dann aber erst im nächsten Jahr erscheinen. Zur Überbrückung kann man dann ja "Kaiserkrieger - Vigiles" lesen. Zudem hat man bei den Autoren ja vorgesorgt und zusammen mit Martin Kay eine deutsche Superhelden-Serie entwickelt, deren erster Band "Die Beschützer" schon beim geneigten Kunden (Ja, bei mir) eingetroffen ist. Direkt über den Verlag geordert. Und Herr Martin Kay "schuldet" der Leserwelt ja auch noch einen weiteren Eileen Hannigan. Wieder einmal eine gelungene und sehr ansprechende Alternate History Story um die "Kaiserkrieger", die man sich nicht entgehen lassen sollte. Hat aber einen klaren Fortsetzungcharakter, sodass ma n icht mittendrin einfach so anfangen kann. Demnächst werde ich noch den zehnten hier besprechen, den ich vorher sogar lesen werde *gg*. Und dann sitz ich fast auf dem Trockenen mit derartiger Lektüre. Dann kommen wieder lange Zeit nur Thriller, Action und Horror zum Zug. Den August zum Beispiel hab ich für ne ganze Ecke America First-Kracher reserviert.                          

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