In "Final Girl" wird ein Mädchen zum perfekten Asesino ausgebildet. Danach wird sie in Mauerblümchenverkleidung an eine Schule geschickt. Und erregt die Aufmerksamkeit einer Clique Jungs mit der Berufsbezeichnung Sohn. Alle sind reich geboren und gelangweilt. Als Hobby haben sie die Jagd - auf Menschen. Bevorzugt junge Mädchen, die als Außenseiter gelten. Doch mit Veronica sind sie an die Falsche geraten. Nach der Ausbildung wird sie auf die Burschen angesetzt - als Abschlussprüfung. Wirklich protzen und groß punkten kann der Film bei mir leider nicht. Ist eh schnell klar, wohin die Reise geht. Zu Beginn gibt es dennoch einen spanneden Ansatz. An anderen Stellen erscheint der Film etwas verdreht, was wohl auch in der Absicht der Macher lag. Aber die
Ausleuchtung des dunklen Waldes, die Arena für die Menschenjagd sieht richtig fein und atmosphärisch aus. Doch die Jagd selbst ist eher unspektakulär und anscheinend auf den richtigen Wirkungseffekt ausgelegt. Und der ist nicht sonderlich neu. Außerdem vergeht ein Großteil der Szenen im Wald im Gespräch oder dem Spiel "Truth or Dare". Jeder trinkt mal nen Schluck aus dem von Victoria mitgebrachten Flachmann und dann geht es endlich los. Leider ist dann aber doch alles schon zu bekannt, zu oft gesehen worden, als dass ich den Film jetzt so richtig loben könnte. Selbstverständlich kann man ihn schauen, aber wenn man einen temporeichen Film um die Jagd auf eine junge Frau sehen will, dann greife man besser zu "Kristy". Das "Final Girl" muss mit 5/10 zufrieden sein.

2 Kommentare:
Als großer Tyler Shields Fan gefiel mir der Film entsprechend gut - primär da es ihm in erster Linie darum ging, quasi seinen Foto-Stil "in Filmform" umzusetzen. Die Ausleuchtung, Einstellungen, Kleidung: Alles wiedererkennbar und toll - sowie bewusst nicht auf Realismus bedacht. Dazu noch inhaltliche Meta-Elemente und eine prima überzeugende Abbie in der Hauptrolle. Sonderlich spannend und/oder originell ist der Streifen nicht, das stimmt - aber er hebt sich von der Masse ab, was heutzutage ja eher selten vorkommt. Hatte den vor einigen Monaten bereits ausführlich besprochen - hier mein Fazit:
Konzeptionell interessant und mit einer individuellen Bildersprache aufwartend, hat Tyler Shields mit „Final Girl“ (2015) ein überstilisiertes, amüsant-gewitztes „Meta-Indie-Arthouse-B-Movie“ geschaffen, an welchem sich die „Geister“ zum Teil recht heftig scheiden… 7/10
Hoffentlich kommt der bald hierzulande auf Blu raus, damit ich meine DVD upgraden kann...
Hätte ich DAS
„Meta-Indie-Arthouse-B-Movie“
vorher gelesen, wäre der mir gar nicht erst ins Haus gekommen, *gg*.
Mir ist bisher noch nichts über eine Veröffentlichung hierzulande bekannt.
Gruß
Harry
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