Alastair MacNeill aus dem Erbe von Alistair MacLean. Der raffinierteste Kunstdiebstahl aller Zeiten ruft die Spezialagenten der UNACO auf den Plan, der Anti-Crime-Organisation der Vereinten Nationen. Auf dem Transport von Amsterdam nach New York ist Rembrandts berühmte Nachtwache spurlos verschwunden, ersetzt durch eine brillante Fälschung. Auf der Jagd nach dem Fälscher und seinen Auftraggebern geraten die Agenten in ein Labyrinth echter und falscher Spuren.
Die Nachtwache erreicht ihr Ziel New York, um im dortigen Museum ausgestellt zu werden. Während die Experten des Museums das Bild vor der Eröffnung der öffentlichen Ausstellung voller stolz auf ihre eigene Idee, das Bild hier vor Publikum zu zeigen, bemerkt einer einen farblichen Unterschied an einer bestimmten Stelle. Man prüft und überprüft die Prüfung. Das Bild ist falsch. Da eh in New York ansässig, wird die UNACO eingeschaltet. Die kommt mit drei Agenten - Graham, Carver und Whitlock. Schnell werden die hiesigen Verdächtigen gecheckt, der Versandweg des Bildes kontrolliert und die Sicherheitsfirmen unter die Lupe genommen. Auf amerikanischer Seite scheint alles in Ordnung, sodass es nun Richtung Holland geht. Dort stößt man schnell auf erste Spuren, die führen zu verschiedenen Verdächtigen, die wiederum ziemlich schnell als Leichen enden - und nicht jeder davon wurde als Mitwisser zum Schweigen gebracht. Hin und wieder muss sich auch einer der Agenten der Angriffe auf sein Leben erwehren. Dennoch können sie einen Namen in Erfahrung bringen. Nach einem kurzen Zwischenstopp zur Beratung im Hauptquartier in New York geht es weiter nach Rio. Dort sitzt ein Millionär namens Schrader, der zwar ein riesiges Vermögen angehäuft hat, dieses aber auch dazu nutzt, die Favelas etwas lebenswürdiger zu machen. Er hat aber auch einen gewissen Ruf als Sammler. Während Whitlock im Hotel die Stellung hält und mit den Chefs kommuniziert, schleichen sich Carver und Graham mithilfe von Siobhan, die ihnen über ihren Chef als Kontaktperson vermittlet wurde, bei Schrader ein, um in Erfahrung zu bringen, ob und falls ja wo er das Bild hat. Graham kann sich dem Millionär über eine so richtig riskante Pokerpartie mit hohen Einsätzen schon fast freundschaftlich nähern, da sich hier Gleichgesinnte getroffen haben. Unterdessen versucht Sabrina Carver heruaszufinden, ob in den Katakomben des Hauses Bilder versteckt sind. Sind sogar welche - ganz offen als Fälschungen deklariert und somit auf der rechtlich sicheren Seite. Womit die UNACO-Leute nicht gerechnet haben, ist, dass Drago, der Sicherheitschef von Schrader, gegen den Willen seines Bosses mit Drogen dealt und zudem auch noch die CIA sowie der KGB vor Ort sind, um an einen bestimmten Umschlag zu kommen, dessen Inhalt keiner beschreiben kann. Die Einsätze in diesem Spiel werden höher als bei einer Kunstfälschung erwartet. Gefährliche Aktionen kosten mehrere Menschenleben, besonders Drago stellt sich als absolut rücksichtslos heraus.
Die Reihe um die UNACO-Agenten hat sich der Bestseller-Autor schon zu Lebezeiten einfallen lassen und auch erste Romane geschrieben (Im Gegensatz zu Robert Ludlum und seinen Jon Smith mit Covert One. Hier wurden alle Romane nach seinem Tod von Vertragsautoren umgesetzt.). 1980 gab es eine erste Verfilmung mit Peter Fonda als Graham - "Operation Eiffelturm" -, 1993 und 1994 schlüpfte in seiner Vor-Bond-Zeit Pierce Brosnan in "Death Train" und "Die Rembrandt-Connection" in die Rolle des Will Graham. Keine Ahnung, wie es zu der Zeit war, als die UNACO vom Autor ersonnen wurde, aber heutzutage gilt das doch eher als unwahrscheinlich, dass eine solche Einheit bei dem zahnlosen Papiertiger UNO aus der Taufe gehoben wird. Die können ja nicht einmal die üblichen säumigen Zahler - nein, nicht Griechenland, die USA hält es nicht für nötig, ihren Obulus wie alle anderen zu entrichten. Aber auf dem VETO-Recht bestehen!!! - zur Ordnung zu rufen. Wirklich ernst nimmt die kaum noch eine Nation. Verwunderlich auch, dass eine so perfekte Fälschung nicht früher entdeckt wird, wo doch der Fälscher sogar sein Markenzeichen darin versteckt hat. Ansonsten hält sich der Vertagsautor wohl an gewisse Vorgaben. Carver und Graham kabbeln sich zwar wie ein altes Liebespaar - und das nicht immer im Schwerz -, aber MacLeans Grundidee der Kameradschaft und Freundschaft unter Männern im Einsatz hat eindeutig Vorrang. Was "Der Rembrandt-Deal" von vielen Büchern des Alistair MacLean abhebt, ist, dass es hier nicht nur um eine kleine Gruppe geht, die mit Verrätern und einem Bösewicht durchsetzt ist. An internationalen Schauplätzen werden verschiedene Angehörige des Coups gehetzt und in handgreiflichen sowie bewaffneten Auseinandersetzungen getötet - und wenn geschossen wird, dann auch meist, um den Gegner endgültig zu erledigen. Keine Gefangenen, höchstens mal einen zur Befragung. Die Charaktere sind unterschiedlich, aber nichts Besonderes. Graham ist der typische Ami. Einzelgänger, grob, misstrauisch, Befehle missachtend und mit einer traurigen Geschichte um seine ermordete Familie bedacht, die wohl seine ständige Wut erklären soll. Sabrina Carver ist die tapfere, gebildete, sprachgewandte und eloquente Schönheit des Trios, die Männer um den Finger wickelt oder sie abknallt - je wie benötigt. Kämpferin und nahezu allwissendes Genie. Whitlock dagegen ist der älteste der Agenten und vier Jahre vor der Versetzung vom Außendienst an den Schreibtisch - und im Zoff um seine weitere Karriere mit der Gattin, der ihn während des gesamten Einsatzes beschäftigt. Soll den Protagonisten etwas Tiefgang geben. Naja, nimmt man hin. Tut eh nicht viel zur Sache. So ist das Buch ein Thriller, der statt auf eine Romanze doch lieber auf Action setzt, einige Wendungen zu bieten hat und vielleicht nicht die schlechteste Wahl zur Lektüre ist. Sicher sind, einige Figuren überzeichnet, ABER wer sich Romane aus der Reihe um Tweed von Colin Forbes schon ein- oder zweimal angetan hat, der weiß, was wirklich überzeichnet ist. Negativ aufgefallen ist aber, dass man Anfang der 90-er Jahre des ausklingenden Jahrtausends von Lektorat/Korretkorat entweder beim Verlag noch nichts wusste oder sich die Kosten einfach gespart hat. Da werden Namen vertauscht (Whitlock zu Mitlock) oder Worte verhunzt (Verladung wird zur Vorladung) und deren Klöpse mehr. Abgesehen davon ein ordentlicher Thriller für den Zeitvertreib.

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