Tom Wood. Raven ist Profikillerin. Lautlos wie ein Schatten eliminiert sie ihre
Opfer, bevor diese ihre Anwesenheit auch nur erahnen. Doch diesmal
könnte sie das falsche Ziel im Auge haben: Victor. Ein Killer wie sie.
Ein Profi so paranoid wie rücksichtslos und perfekt darin, jeden
Verfolger auszuschalten. Er spürt Raven rund um den Globus nach - nicht
nur, um die Gefahr zu beseitigen, sondern um herauszufinden, wer ihr den
Auftrag zu seiner Ermordung gab. In New York treffen die beiden
schließlich aufeinander, als dort ein Blackout die Stadt
ins Chaos stürzt.
Im ersten Kapitel wird in einer Art Prolog ein Mann namens Beaumont auf recht ungewöhnliche Weise ausgeschaltet. Dann wechselt das Szenario. Europa, Prag. Dort wartet ein Mann nachdem er die Location einnige Tage lang studiert hatte, auf seine Chance, den Auftrag auszuführen, den er von einem CIA-Kontakt zugewiesen bekam. Seine völlige Bewegunsfreiheit ist er durch diese Zwangsverpflichtung beim US-Geheimdienst zwar los, aber dafür wird er von dem auch nicht mehr so zielstrebig verfolgt. Jetzt ist er in Prag, um im Tross eines saudischen Prinzen, der westlich lebt, aber dennoch Terroristen unterstützt, einen Mann auszuschalten. Er sitzt geduldig in einem Kaffee, bis die Entourage des Saudis vorfährt - und wird selbst erledigt. Von einer Frau. Und zwar einer, die im gleichen Metier tätig ist wie er - und die ihren Job fast so gut beherrscht wie er. Dies ist der Startschuss zu einer Jagd, die Victor bald nach New York führt und bei einem stromausfall in Manhattan kommen die beiden Killer sich näher. Nur nicht so, wie es Victor gerne gehabt hätte - falls überhaupt. Zu allem Überfluss kommt noch die Polizei ins Spiel, die durch den Stromausfall überlastet ist und hektisch reagiert. Dazu taucht bald noch ein weiterer Mitspieler auf, der den Überlebenskampf von Victor auf die Spitze treibt.
Zu Beginn geht es im nun fünften Buch um den Profikiller Victor etwas ruhiger zu als zuletzt, dafür ist aber wieder genug Zeit, das akribische und genaue Planen, die perfekte Vorbereitung dieses Mannes zu skizzieren, die ihn zu einem der faszinierendsten Charaktere des Genres in den letzten Jahren gemacht haben. Als kleinen Mangel empfinde ich irgendwie im Unterbewusstsein, dass aus dem Killer, der sich nicht um Ansehen, Religion, Stellung oder Position seiner Opfer schert, durch dieses CIA-Konstrukt doch nur noch Figuren von der dunklen Seite erledigt. Vielleicht mal wieder ein simpler "Privatjob", gut dotiert. Ein Bankier, der für Kartelle Drogengelder wäscht, will einen Mitarbeiter, der zuviel in den Dateien darüber gefunden hat, für immer aus dem Weg wissen. Victor übernimmt und ist erfolgreich. Danach trachtet der Bankier aber auch Victor und der Familie seines ehemaligen Angestellten (Frau, zwei Kinder) nach dem Leben. Fehler: Victor liefert die Familie bei der CIA ab und stellt sich seinen Häschern. Killer des Kartells, aber auch internationale Profis, die scharf auf das Kopfgeld sind, das der Bankier ausgesetzt hat. So in der Art würde ich es gerne wieder lesen und nicht nur im Kampf gegen das Böse. Ansonsten lässt es Tom Wood aber auch hier wieder krachen. Besonders die zweite Hälfte hat es in sich und dort kommt auch die Kaltblütigkeit, mit der Gegner von Victor eliminiert werden, wieder voll zum Tragen. Das Spiel "Killer gegen Killer" hat seinen Reiz und ob Raven überlebt oder sogar in einem Folgeroman wieder auftaucht, bleibt offen. Obwohl ich also etwas zu bemängeln hatte, ist auch dieser Roman aus Tom Woods Feder wieder um Längen besser als der Rest, der so den Markt beherrscht. Ob nun ein Bourne oder andere Helden - gegen ein neues Buch um Victor kommen sie kaum an. Einzig vielleicht solche Kracher gegen den Terror oder Helden USA wie von Will Jordan, Ben Coes, Mark Greaney (solo) oder Stephen Hunter können mir eine ähnlich gute Lesefreude bereiten. Tom Woods Bücher sind einfach eine Pflichtanschaffung.

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