Der History Channel mit einer sehr patriotischen Auslegung der Geschehnisse nach dem Fall des Alamo. Noch patriotischer als die Texaner selbst - und das will was heißen. Kurz die Vorgeschichte, die in der Serie ncht vorkommt. Mexiko wollte Texas, das damals noch zu Mexiko gehörte und einfach nur eine staubige und unfruchtbare Gegend war, besiedeln und urbar machen. Eigene Landsleute wollten da nicht mitspielen, also holte man "Gastarbeiter" aus Amerika. Etwas Geld und ein Stück Land für jeden wurden versprochen, doch als die Arbeit getan war, wollte man die Gringos wieder loswerden. Doch die gingen nicht. Die Sache schaukelte sich hoch und schon waren die Kämpfe da. Der Alamo sollte es Sam Houston ermöglichen eine Armee aufzustellen, die den Mexikanern zeigen sollte, dass sie nicht mehr die Herren sind. Es galt also, die Trupps um General Santa Anna so lange wie möglich aufzuhalten. Doch irgendwann wurden sie besiegt. Und da setzt die Serie an - direkt nach dem Fall des Alamo. Schon hier zeigt sich deutlich, dass man den Mexikanern noch einen mit auf den Weg gibt. Sie werden als barbarische Killer dargestellt, der General als wahnsinniger Mörder an ehrlichen Texanern. In den Folgen danach werden die Hauptcharaktere eingeführt, einige Nebenschauplätze eröffnet, die mit der Historie so rein gar nix zu tun hatten und eher den Emotionen und etwas Action dienen sollten. Die Figuren des Thomas Jane, Ray Liotta oder Robert Knepper sind daher nur Füllsel, um auf zehn Folgen zu kommen. Hier und da gibt es kleine Scharmützel mit den Mexikanern und auch den Comanchen um über die Zeit zu kommen, aber man entfernt sich schon recht weit vom ursprünglichen Geschehen. Eine Gruppe Kopfgeldjäger wird bald zu den legendären Texas Rangers, auf die selbstverständlich hier ein Hohelied gesungen wird. In Folge 7 dann endlich die Schlacht am San Jacinto, bei der die Mexikaner trotz Unterstützung durch europäische Truppen eine Niederlage einstecken müssen. Danach werden nur die Nachwehen der Auseinandersetzung abgehandelt und politische Ränkespiele skizziert sowie einige Handlungsfäden beendet. Ob die Planung besteht, den mexikanisch-amerikanischen Krieg von 1846-1848 noch abzuhandeln, ist mir nicht bekannt. Da wollten sich die Mexikaner Texas doch noch zurückholen, aber die flüchteten sich dann nach Jahren der Eigenständigkeit doch unter den Schutz der Union und Mexiko stand nun gegen Amerika, nicht nur gegen Texas. Und verlor wieder. Dazu viel Land wie Kalifornien, in dem dann kurz nach Beendigung des Krieges der Goldrausch ausbrach. Selbstverständlich nicht in Baja, das Mexiko behalten durfte, sondern auf dem neuen US-Gebiet. Arizona, New Mexiko und andere fielen damals auch an die USA. Die Serie glorifiziert natürlich die Texas Rangers und das Land selbst, geht teilweise "eigene Wege", statt sich akribisch an die damaligen Geschehnisse zu halten und ist eher halbwegs spannend. Etliche bekannte Darsteller wie die schon vorher genannten plus Bill Paxton, Jeff Fahey, Christopher McDonald oder Brendan Fraser haben ihre Auftritte, wobei hervorzuheben ist, das Brendan Fraser als indianischer Helfer (nicht historisch verbürgter Helfer) weniger seltsam daherkommt als befürchtet. Kann man sich mal ansehen, darf dabei auch nicht unbedingt allzu sehr auf die wahren Ereignisse achten, und gut ist es dann. Eine Zweitsichtung muss nicht unbedingt sein. Dafür hat sie zuviel Leerlauf oder trägt an manchen Stellen einfach zu dick auf bzw. nimmt sich Freiheiten, die nicht viel einbringen. 5/10 reicht dafür völlig.

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