Donnerstag, 28. Oktober 2010
Bücherreport Oktober
Mittwoch, 27. Oktober 2010
"Locked Down" Trailer
Promo Poster für "Bratva-Brotherhood"
"Mega Shark Versus Crocosaurus & Battle Of Los Angeles" Poster
"My Best Bodyguard" Trailer
Sonntag, 24. Oktober 2010
Buchreview "Der elektronische Mönch"
Jeff Somers. Avery Cates ist ein sehr schlechter Mensch. Manche würden ihn als Kriminellen bezeichnen. Er ist sogar bereit zu töten, solange die Bezahlung stimmt. Doch momentan hat Avery Cates Angst. Er muss den elkektronischen Mönchen entkommen: Cyborgs mit menschlichen Gehirnen, verbesserten Roboterkörpern und einem beachtlichen Waffenarsenal. Ihre Mission: alles und jeden zur Cyber-Kirche zu konvertieren. Die Sache hat nur einen Haken - Konvertierung bedeutet den sicheren Tod.
Die Welt hat sich verändert. Es gibt keine Nationalstaaten mehr sondern einen konföderierten Staatenbund unter Führung des Einheitsrates. Für die Sicherheit sorgt der System-Sicherheits-Dienst (SSD) - lässt man das "D" weg, kann man erahnen, wie er funktioniert - sowie eine untergeordnete, korrupte Polizeitruppe. Menschen können sich mit Genoperationen Muskeln usw. verpassen lassen, was aber nicht ohne Nebeneffekte bleibt und die Mönche der Kirche sind Cyborgs. Hier lebt in den zerstörten Teilen New Yorks der kriminelle, einem Drink nie abgeneigte Auftragsnehmer und Revolvermann Avery Cates, der sich auch für den einen oder anderen Mord nicht zu schade ist. Doch zum Leidwesen seiner Kundschaft entscheidet er selbst, wen er umzubringen gedenkt und wen nicht. Irgendein kruder Rest von Gewissen und Ehre schwirrt ihm im Geist herum und er kann davon nicht ab, selbst wenn es ihm Ärger einbringt. Klar, dass er damit in Schwierigkeiten gerät und schon bald von der Weltpolizei (ein Schelm, wer da an einen bestimmten Staat denkt, der sich zu solchen Aktionen berechtigt fühlt) des SSD gesucht wird. Doch damit nicht genug, er bekommt es auch noch mit den elektronischen mönchen zu tun, die ihn zur Cyber-Kirche konvertieren wollen, wobei er auch noch das Pech hat, mitansehen zu müssen, wie einer dieser Mönche einen der eigentlich unantastbaren SSD-Bullen tötet. Natürlich wird ihm diese Aktion auch noch in die Schuhe geschoben und er wird von allen gejagt. Doch Überraschung: der Big Boss des SSD heuert ihn mit einem fantastischen finanziellen Angebot an, die Cyber-Kirche aufzuhalten, die korrupten SSD-Schergen zu eliminieren und so aus allem heraus zu kommen. Da nur der Boss und Cates informiert sind, bleibt es bei der Hetzjagd auf Avery, der zwischen allen Fronten steht.
Zur Abwechslung mal ein anderes Genre - SciFi. Auf Jeff Somers bin ich beim Stöbern in meinem Stammbuchladen gestoßen und habe beim Blättern in dessen Danksagungen angesichts seines Buches "Die digitale Seuche" aufgrund des Textes "Als mich die Regierung bat, dieses Buch zu schreiben........" und der weiteren Sätze mit einem debilen Grinsen (nein, das ist bei mir nicht Dauerzustand) im Laden gestanden und mich dann sofort zum Kauf entschieden. Zu Hause eingetroffen, musste ich feststellen, dass zuvor noch die Lektüre von "Der eletronische Mönch" angebracht wäre. Also geordert, erhalten und sofort in Arbeit genommen. Ergebnis: ganz, ganz klasse Unterhaltung. Trotz einer wirklich düsteren Zukunftsvision mit Noir-Elementen packt der Autor noch genügend Humor mit hinein, dass es den Leser stellenweise wirklich zum Schmunzeln animiert. Auch wenn er an einen Richard Morgan und dessen rhetorische Fähigkeiten noch nicht heranreicht, ist Jeff Somers immerhin recht vielversprechend gestartet. Mal sehen, was die Folgebücher "Die digitale Seuche" und "Das ewige Grab" zu bieten haben. Eines ist sicher. Die Lektüre des Buches macht Spaß, ist flüssig zu lesen und spannend mit der einen oder anderen Actionszene aufgewertet und sein selbsterzählender Protagonist lässt es an flapsigen Bemerkungen und Gedanken an die Welt an sich nicht mangeln, ohne daraus ein existenzielles Drama zu machen. Schlicht kurzweilig, temporeich, frisch und flott zulesendes Debüt von Jeff Somers, das wirklich Lust auf mehr macht.
Dienstag, 19. Oktober 2010
Samstag, 16. Oktober 2010
Buchreview "Schattenkrieger"
Brian Moreland. Jack Chambers, Veteran aus dem 2. Weltkrieg, bewahrt seit 60 Jahren ein dunkles Geheimnis. Tief unter deutscher Erde verborgen liegt ein Nazi-Relikg, so bizarr und gefährlich, dass Chambers schwor, das Geehimnis mit ins Grab zu nehmen. Eine albtraumhafte Vision jedoch überzeugt ihn davon, dass das Relikt geborgen werden muss. Er wendet sich mit seinem düsteren Geheimnis an seinen einzigen Vertrauten bei der Army.
Jack Chambers leidet unter seinen Albträumen und Gewissensbissen und schickt seinen Enkel Sean mit einem Auftrag nach Deutschland. Ein Rabbi versucht schon auf dem Weg dorthin, dessen Mission zu unterbinden und lässt myteriöse Andeutungen ihr Werk des Misstrauens tun, um zu vermeiden, dass das Tagebuch des Jack Chambers die darin enthaltenen Geheimnisse offenbart und Sean es zu einem ehemaligen Kameraden seines Vaters bringt. Der Rabbi will unbedingt verhindern, dass das Tagebuch zu General Briggs kommt, da es den Auftrag enthält, ein Grab auf einem entlegenen deutschen Friedhof zu öffnen, da durch diesen Frevel die Hölle auf Erden entfesselt werden würde. Doch Sean setzt sich durch und das Grab wird geöffnet. Man findet uralte Skelette und Briggs handelt nach den verschlüsselten Anweisungen im Tagebuch und begibt sich in ein Tunnelsystem unter dem Friedhof. Was er dort vorfindet, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren. Auf Seans Nachfrage widmet man sich dem Inhalt des Tagebuchs und nun wird rückblickend die Geschichte der Einheit von Jack Chambers und seinen Glücklichen Sieben in all ihrer Grausamkeit und Kriegsrealität erzählt. Grabenkämpfe mit den deutschen im Hürtgenwald, der dunkel, nass und nebelverhangen daherkommt. Doch irgendwann wird den Soldaten klar, dass hier noch irgendetwas anderes lauert, das man nicht erklären kann, etwas Unbarmherziges. Ein Gegner gegen den es keine Abwehr gibt, kein Entrinnen. Es wird zur Geschichte der Nazis und ihrem Glauben an die Übermenschen, die Herrenrasse und ihrer Faszination für Mythologie.
Ein amerikanischer Autor kann wohl gar nicht anders als den WKII in Gut und Böse zu unterteilen und daher seine Landsleute als absolut makellos und fehlerfrei zu skizzieren, während die Gegner mit sämtlichen Unzulänglichkeiten und Charakterfehlern ausgeschmückt sind, die man einem Menschen nur zuschreiben kann, was natürlich eine äußerst einseitige Betrachtungsweise ergibt. Zudem ist er schriftstellerisch auch nicht unbedingt erste Wahl (wenn auch auf dem Klappendeckel von James Rollins ausdrücklich gelobt), obwohl er sich bemüht, seinem Roman eine gewisse Substanz zu verleihen. Trotzdem erinnert manches in seinen Schilderungen im Hürtgenwald an ein Drehbuch, wenn pünktlich mit Auftritt der Bösen der Nebel durch den Wald wabert, der Regen einsetzt und alles ungemütlich wird. Manchmal erinnert sein Stil an Groschenheftniveau oder einen Schüleraufsatz. Gerade bei Beginn der Kampfhandlungen versucht er mit den Einschüben von "rat-ta-ta-ta-tat" auf jeder zweiten Seite die Schussgeräusche darzustellen, was auf die Dauer ermüdend und einfallslos wirkt, doch nach geraumer Zeit schien es ihm selbst aufgefallen zu sein und er mäßigt sich in der Hinsicht. Nebenbei überspannt er den Bogen bei dem religiösen Gemenge gegen Ende der Story mit ihren Einflüssen der Katholiken, Atheisten, der Kabbala, der Freimaurer und den Bemühungen der Soldaten und des Rabbi ordentlich, was ich als nicht so ganz gelungen empfunden habe. So als wolle er alles Mögliche unterbringen, um die Story aufzupeppen oder den Leser zu verwirren als dann noch die übernatürlichen Elemente Einzug in die Geschichte halten. Insgesamt erwartet den Leser eine trashige Kriegsactionstory, die mit zunehmender Dauer zu einem Mystery-Thriller mit blutigem Horroreinschlag wird. Brutalitäten und Gemetzel eingeschlossen. Da wird gesplattert, aber auch an Klischees nicht gespart, viel geballert, blutige Einschüsse deutlichst geschildert, Nazi-Mythologie eingebaut. Wie das Geheimnis um den Inhalt des Tagebuchs nun ausschaut, lasse ich natürlich offen und dass am Schluss auch noch Gefühlsduselei eingeflochten wird muss ich nicht weiter ausführen. Insgesamt könnte das Buch ein ganz gutes sein, trotz der Mängel. Die Story hat Potenzial, bräuchte aber einen besseren Autor. So kommt es gerade mal auf eine mittelmäßgie Bewertung meinerseits und als Kauf würde ich raten, das Taschenbuch von "Schattenkrieger" abzuwarten.
Noch eine Kleinigkeit am Rande bemerkt. Da ich mir anfangs nun wirklich nicht sicher war, ob ich das Buch nun kaufen sollte oder nicht, habe ich entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten gewartet und dann einige Rezensionen durchgelesen, um vielleicht Hinweise zu erhalten, die mich dazu bewegen konnten, mir das Werk zu gönnen (hat ja funktioniert). Bei der Gelegenheit bin ich auch auf verschiedene Amazon-Analphabeten-Depp-des-Tages-Rezis gestoßen, die nicht nur (heute weiß ich, dass sie selbst das nicht zustande brachten) gespoilert und die Pointe verraten haben, dass es sich um Vampire der Nazis (da ich das hier so offen darlege, könnt ihr davon ausgehen, dass auch das nicht korrekt ist) handelt, die den Wald unsicher machen. Ich bin also etwas vorbelastet an das Buch gegangen und meine Erwartungen an einen gelungenen Kniff waren weg. Es ist ein bisschen anders gekommen. Sinn meines letzten Abschnittes hier ist es eigentlich nur, vor den Amazon-Rezis zu warnen. Da sind entweder Fan-Boys am Werke oder Leute, die die Bücher entweder nicht gelesen oder nicht verstanden haben, was bei hier vorliegenden hieße, dass sie schon Schwierigkeiten haben, einzelne Buchstaben zu Worten und mehrere Worte zu einem (verständlichen) Satz zu formen bzw. diese zu entschlüsseln als wäre es eine Art Geheimschrift. Warum ich das jetzt hier loslasse? Ich hab mich geärgert und will das loswerden. Hat mit dem Buch per se nichts zu tun.
Freitag, 15. Oktober 2010
>>>DEATH KAPPA
Wer nach dem Trailer dachte, die Produzenten von Filmen wie Tokyo Gore Police würden mit DEATH KAPPA Riesenmonster-Kloppe im reinsten Godzilla-Style abliefern, der liegt nur teilweise richtig: Tatsächlich bekommen wir es mit einem völlig abgedrehten Mix aus zeitgemäßem J-Trash, Mad Scientist- und Splatterelementen, Mutronics-/Guyver-Anleihen und einem finalen Kaiju-Clash im Modellbau-Hochhäusermeer zu tun. Vor Kampfjet-Armadas an Bindfäden oder Häusern, die im Innern komplett von nur einer Glühlampe beleuchtet werden, sollte man sich besser nicht fürchten, sondern stattdessen über Sumo-Wrestling-Moves und Schornstein-Nunchakos lachen können. Für Godzilla-Insider gibt es von der Strahlenkanone auf Rädern bis zum Titanosaurus-Schwanz zudem Zitate en masse zu entdecken. Wem Guila, Frankensteins Teufelsei, Kraa! The Sea Monster oder Reptilian nicht behämmert genug waren, der sollte sich schleunigst an DEATH KAPPA versuchen. Die Blu-ray/DVD-Combo ist zum aktuellen Preis ein Witz, ein Hologramm-Schuber verschönert das Set zusätzlich, eine ultra-trashige englische Synchro ist ebenfalls mit an Bord und ich werde mein Leben lang stolz behaupten können: Avatar? Nein, meine allererste Blu-ray ist DEATH KAPPA gewesen! XD
Mittwoch, 13. Oktober 2010
>>>BFTP200X
2003 entdeckte/präsentierte ein gewisser Luc Besson Ong-Bak, und damit haben wir gleich die ideale Überleitung zum zweiten Teil unseres BFTP200X-Specials: Ein Jahr später produzierte der gewisse Herr Besson nämlich GHETTO GANGZ - DIE HÖLLE VOR PARIS (2004) und machte damit die Trendsportart Parkour endgültig leinwandfähig. Die Hauptdarsteller David Belle und Cyril Raffaelli sind aus der Welt des modernen Actionfilms seitdem kaum mehr wegzudenken: Ihre Choreografien und Stunts sind fester Bestandteil von Filmen wie Transporter: The Mission (2005), Stirb langsam 4.0 und Hitman (beide 2007), Der unglaubliche Hulk (2008), Prince of Persia oder Tekken (beide 2010). GHETTO GANGZ ist nicht unbedingt der Überknaller und baut zum Ende hin leider leicht ab, Spaß macht er aber allemal und ist für den modernen Actionfilm sogar irgendwie historisch wertvoll…
>>>TRAILER
Der ziemlich unbekannte und mit 200.000 US$ ebenso preisgünstige Actionthriller THE PRODIGY (2004) kann zu Beginn und am Ende mit geilen Actionsequenzen aufwarten. Der Thrillerpart funktioniert zwar nicht ganz so gut, aber dafür sind Inszenierung, Musik und Optik umso gelungener. William Kaufmann hat sich mit diesem Geheimtipp für Höheres empfohlen und scheint die Erwartungen nicht zu enttäuschen: Der Trailer zu seinem neuen Film Sinners & Saints rockt!
>>>TRAILER
WAKE OF DEATH (2004) und THE MECHANIK (2005) waren die Highlights, wenn es um unsere alternden B-Actionhelden Van Damme und Lundgren geht. WAKE OF DEATH war in Deutschland trotz Spio/JK niemals ungekürzt zu sehen, doch auch wer auf einen Import zurückgriff, stellte fest, dass B-Action hier vielleicht sogar ein wenig tief gegriffen ist: Jean Claudes Rachefeldzug konnte in Sachen Optik und kompromissloser Umsetzung beinahe noch mehr überzeugen, als auf Seiten der sehr guten, aber niemals euphorisch werden lassenden Actionsequenzen. THE MECHANIK gilt als Dolphs bislang beste Regiearbeit, und dank Spio/JK ist sein persönlicher Rachefeldzug sogar ungeschnitten bei uns erhältlich. Mit seinen späteren Regiearbeiten konnte er leider nicht ganz die Klasse des Mechanikers erreichen. Vielleicht trugen aber auch die in die Höhe geschossenen Erwartungen eine Teilschuld an den späteren Ernüchterungen/leichten Enttäuschungen?
Vor kurzem noch vom Kollegen Blade Runner lobend erwähnt, finden auch wir fast nur gute Worte für Jesse Johnsons PIT FIGHTER (2005): Bei diesem knüppelharten Prügelstreifen mit Dominiquie Vandenberg und Steven Bauer in den Hauptrollen konnte sogar die dramatische Story überzeugen. Der positive Gesamteindruck wurde lediglich durch das etwas übers Ziel hinausschießende Finale getrübt.
>>>TRAILER
Zu SHA PO LANG (2005) braucht man wohl kaum noch Worte zu verlieren: Regisseur Wilson Yip und seine Hauptdarsteller/Choreographen-Combo Donnie Yen haben die geile Martial Arts-Action zurück in die Heimat Hongkong gebracht und einen hochmodernen Actionklassiker geschaffen. Veredelt wird das Ganze durch Auftritte von Sammo Hung, Simon Yam und Jacky Wu. Und wenn einmal von Sammo die Rede, dann darf auch Jackie nicht fehlen: Seine NEW POLICE STORY (2004) ist eine höchst gelungene Mischung aus Action, Stunts, dramatischer Story und überraschend viel Schauspieltalent. Der seit Rumble in the Bronx beste Film der in Würde gealterten Hongkong-Legende Jackie Chan!
Niemals hätten wir geglaubt, dass wir mal einen deutschen Actionfilm als Geheimtipp aufführen würden: Von kleineren Schwächen abgesehen überraschte KAMPFANSAGE 3 - DER LETZTE SCHÜLER (2005) als spaßiger Endzeitklopper mit teils sehr guten Martial Arts-Sequenzen. Rantrauen werden sich vermutlich nicht viele, aber das Ding ist für Action-/Martial Arts-/Endzeitfans definitiv eine Sichtung wert.
>>>TRAILER
Beim ersten Mal schlossen wir mit einem Thailight, und um eine weitere Brücke zu schlagen, schließen wir dieses Mal gleich mit Thailights im Doppelpack: Panna Rittikrai, der Stuntmaestro Thailands, förderte nach Tony Jaa ein weiteres Wunderkind namens Dan Chupong. Mit ihm in der Hauptrolle inszenierte er BORN TO FIGHT (2004) und begeisterte die Fans mit einem Feuerwerk an harten, teils atemberaubenden Stunts, die die Fights eines Ong-Bak mit dicken Explosionen und blutigen Shoot-Outs kombinierten. Ein Jahr später kehrte auch Tony Jaa zurück. TOM-YUM-GOONG (2005) packte auf alles, was man in Ong-Bak sah und dort schon kaum glaubte, noch eine Schippe drauf: Plansequenzen von mehreren Minuten Länge, einen Kampf gegen vier ausgewachsene Wrestler gleichzeitig, Weltrekorde im Knochenbrechen, sowie die Entdeckung von Lateef Crowder (Undisputed 3, Tekken) und Jon Foo (Universal Soldier: Regeneration, Tekken) noch als Bonus obendrauf. Trotz ähnlicher Schwächen wie Ong-Bak in nahezu allen Bereichen jenseits der Fights und Stunts ist TOM-YUM-GOONG für mich das absolute Kampfsport-Highlight des vergangenen Jahrzehnts. Mit diesem Dreierpack setzte sich das thailändische Actionkino selbst eine unglaublich hohe Messlatte, die es in den folgenden Jahren leider nie wieder erreichen sollte…
Dienstag, 12. Oktober 2010
"Blood Out" Trailer
Solche Trailer könnten viel öfter erscheinen. Neben der ordentlichen Besetzung ist auch der Rest ein Fall für meine Augen:)
"Killjoy 3" Trailer
Shane Schofields Film Report: Monat September 2010
262. The Expendables (Kino) – Ein zweites Mal, diesmal in Originalton. Verdammt unterhaltsam, aber nicht perfekt. 8/10
263. D4 (DVD) – Hier folgt noch eine längere Kritik, da ich den Screener dafür direkt vom Regisseur bekommen habe. Jetzt also nur soviel: Netter Low Budget Action-Horrorfilm mit ordentlichen Ende.6/10
264. Final Destination (DVD) – War damals beim Fantasy Filmfest ein echter Knaller und ist heute immer noch gerne gesehen. 8/10
265. Punisher Warzone (BD) – Es musste mal wieder brachiale Action sein. Etwas mehr Einfallsreichtum und längere Gefechte und wir hätten einen Actionklassiker. Dennoch wunderbare Unterhaltung für Fans. 8/10
266. Shadow Walkers (DVD) – Horror/ Action Mischung der unteren Preisklasse mit schwachen Darstellern, peinlichen Monstermasken und einigen netten Actionszenen. Trotzdem goutier ich den immer wieder, aber wirklich empfehlen würde ich den nicht unbedingt. 5/10
267. Dark City (BD) – Noch immer ein absolut toller Streifen den man gesehen haben muss. Auch der war beim Fantasy Filmfest damals eine Wucht. 9/10
268. Pandorum (BD) – Schon wieder, weil Kumpel zu Besuch. 8/10
269. Night Hunter (DVD) – Vampirfilm mit Don „The Dragon“ Wilson und merkwürdiger Wackelkamera in den Actionszenen. B-Fans trauen mal einem Blick. 6/10
270. Space Hunter (DVD) – Fand ich damals ziemlich großartig, hat aber etwas verloren über die Jahre. Aber noch immer mag ich das Endzeitsetting, Kopfgeldjäger im All sowieso, merkwürdige Mutanten und einige nette Actionszenen. 6/10
271. TCM (DVD) – Das Remake des Klassikers ist sicherlich Hochglanzhorror, aber ich mag das Ding. 7/10
272. Bitch Slap Unrated (BD) – Jetzt noch mal auf Blu-ray gesehen und mir hat er trotz fehlender nackter Titten (was alle bemängeln), trotzdem nett unterhalten. Ist sicherlich Geschmackssache(wie immer). 7/10
273. Final Destination 2 (DVD) – Fetzige Fortsetzung mit geilen Unfällen und der besten Anfangssequenz aller Teile. Dazu noch einige Figuren die man sogar leiden kann und schon hat man einen großen Spaß. 8/10
274. Final Destination 3 (DVD) – Nicht mehr ganz so prickelnd das ganze und auch die Figuren werden hier schon relativ unsympathisch. Kein Vergleich zu den Vorgängern, auch wenn hier einige Kills natürlich auch lustig sind. 6/10
275. Final Destination 4 (BD) – Eine ziemliche Enttäuschung das Ding. Wirkt schnell heruntergekurbelt und Lustlos. Da half auch schon der 3D Effekt im Kino nicht gegen. Dass die Personen nun nur noch Arschlöcher sind, braucht man gar nicht mehr erwähnen. 4/10
276. Return of the living Dead (DVD) – Unterhaltsamer Zombiespaß der bei mir aber nie wirklich Kultcharakter aufkommen ließ. Aber trotz allem, um längen besser als der meiste Zombieschrott heutiger Tage. 7/10
277. Die Mächte des Wahnsinns (DVD) – Einer der letzten starken Carpenter Streifen. Tolle Atmosphäre und unheimliche Ideen. Mag ich sehr. 8/10
278. Urban Legend (DVD) – Aus der damaligen Slasherwelle mitschwimmend und trotzdem ordentlich geworden. Was auch an den Darstellern und der Inszenierung liegt. 7/10
279. Dommsday (BD) – Großartiger Streifen von Neil Marshall der einfach verdammt viel Laune bereitet. 9/10
280. Experiment 7 (DVD) – Von und mit Joe Davison (u.a. Darsteller und Produzent von 100 Tears) der sich aber auch nur in die Masse an billigen Zombiestreifen einreiht. Zwar machen Davison und sein Partner Cenac als Jägergespann Sam und William ordentlich Spaß und auch Candice Rojas taugt als Heldin, aber das restliche Gerüst steht auf wackligen Beinen. Die Action gleicht sich zu sehr und besonders Brutal ist das ganze auch nicht. Der Kniff am Ende musste eigentlich auch nicht wirklich sein. Low Budget Fans können trotzdem mal einen Blick riskieren, dürfen aber nicht neues erwarten. 5/10
281. Hunter Prey (DVD) – Spielfilmdebüt vom Regisseur von Batman: Dead End. Habe ich hier schon öfter angekündigt und nun endlich gesehen. Leider nicht ganz so der Knaller, da mehr geredet als gekämpft wird, aber sonst für das schmale Budget gut gefilmt und mit netten Effekten versehen. Und selbst die eigentlich einfache Geschichte gibt sich Mühe und bietet gar einige Überraschungen. Steckt also mehr dahinter als ein billiger Möchtegernstreifen. Da es nur wenige Sci-Fi Filme gibt, spreche ich trotzdem mal eine Empfehlung aus. Natürlich auf eigene Gefahr. 6/10
282. Snakes on a Plane (DVD) – Was wurde damals für ein Wirbel um den Streifen gemacht. Letztendlich ist es aber nur ein solider Tierhorrorstreifen geworden, bei dem man die Logik meist weggelassen hat. Ich war damals und auch heute noch etwas enttäuscht. 6/10
283. The Grudge (DVD) US Remake was ähnlich funktioniert wie das Original. Nur etwas stringenter Erzählt. Ist OK. 7/10
284. Tekken (BD) – Bin kein Tekken Freak und deswegen ist ganze auch ganz solide geworden. Leider sind vor allem die Kämpfe zu selten und zu kurz geraten. Zwar gut dass die Darsteller fighten können, aber wirklich viel rausgeholt wurde trotzdem nicht. Trotz allem kein Flop, sondern für B-Fans sicherlich keine Zeitverschwendung. Tekken Fans werden das meistens anders sehen. 6/10
285. The Bleeding (DVD) – Mal wieder Vampire. Immerhin ist der kurze Streifen (74 Minuten ohne Abspann) unterhaltsam geworden und durch die Darsteller (Madsen, DMX Jones mit peinlicher Frisur) vor allem für Hartgesottene B-Fans ein Pflichttermin. Leider scheint das meiste Geld für die letzten 25 Minuten draufgegangen zu sein, denn vorher wirkt doch alles ziemlich gerafft und auch die Action ist eher kurz. Aber alleine die Highwayszene ist verdammt gut geworden. Schauspielerisch darf man aber einiges an Over- und Underactig erwarten. Langeweile kommt aber bei dem Tempo keine auf. 6/10
286. Robo-Geisha (DVD) – Was soll man dazu sagen? Einige nette Ideen verpuffen gegen den lahmen Rest. Für mich eine Spur zu billig und blödsinnig und letztendlich nicht krank genug. 3/10
287. Bats (DVD) – Wie ich finde durchaus ansprechender Tierhorror mit gutem Budget welches in die fähigen Hände von Louis Morneau gelegt wurde. Geht in Ordnung. 7/10
288. Dracula jagt Frankenstein (VHS) – Blödsinniger Titel und blödsinniger Film. Durch die Synchro noch ganz witzig, aber sonst…na ja nicht unbedingt mein Geschmack. 3/10
"Skeleton Lake" Teaser
SKELETON LAKE - TEASER from Ayz Waraich on Vimeo.
Sonntag, 10. Oktober 2010
Buchreview "Eden"
Tony Monchinski. Ganz Nordamerika ist von Zombies besetzt. Die wenigen Überlebenden Menschen haben sich in die hermetisch abgeriegelte Enklave eden zurückgezogen und versuchen dort ein normales Leben zu führen. Doch dann wird Harris, einer der Bewohner Edens, im Schlaf von einem Zombie angegriffen und gebissen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sich ebenfalls in einen Untoten verwandeln und die Bewohner ins verderben reißen wird. Doch wie ist es dem Zombie gelungen in die Enklave einzudringen? Offenbar gibt es einen Verräter in den eigenen Reihen. Harris setzt alles daran, den Übeltäter zu finden, doch die Zeit arbeitet gegen ihn.
(Pseudoreales?) Vorwort. Einstieg. Brett!! Sofort geht es ans Eingemachte. Da werden Zombieschädel gespalten, in Fetzen geschossen, von den Körpern getrennt. Eingeweide fliegen durch die Gegend, Körperteile im Verwesungszustand bedecken den Boden, wobei Monchinski im Gegensatz zu den meisten anderen Autoren hier auch auf den Gestank der Viecher hinweist. Eden ist wie ein altes Western-Fort im Indianergebiet. Befestigt, von blutgierigen Feinden umzingelt. Und ein Seitentor stand offen, was den Angriff auf Harris erst möglich machte. Mit Flammenwerfern, Macheten, Motorsägen, Pistolen und Schnellfeuergewehren werden die lebenden Leichname, die eingedrungen sind, vernichtet und das Tor wieder geschlossen. In New York, der großspurig selbsternannten Hauptstadt der Welt, beginnt das grausame Dilemma wie mit den Russkies in "Die rote Flut", nur dass es hier eben die tote Flut ist und die Angreifer nicht mit Fallschirmen abgesprungen sind. Ohne Vorwarnung tauchen sie auf und verwüsten binnen kurzer Zeit die Innenstadt und breiten sich weiter aus. Selbst die Armee mit Panzern, Bombern und Giftgas kann sie nicht aufhalten, die einzigen Opfer bei den Abwehrmaßnahmen sind die noch nicht Infizierten. Danach bleiben nur noch einzelne, zu Befestigungsanlagen ausgebaute Widerstandnester der Menschen, in die sie sich zurückzogen, um zu überleben und den Ausgang oder das Ende der toten Invasion abzuwarten, einfach auszusitzen, in der Hoffnung, dass es bald ein Ende hat. Eden ist so eines und erinnert im Aufbau an die Enklave aus "The Ultimate Warrior" mit Yul Brynner. Und auch hier gibt es innerhalb der Festungsmauern Reibereien unter den Überlebenden, Despoten, die die Macht wollen und bedenkenlose Verräter, die um ihrer Rache willen, alle zu opfern bereit sind, was beinahe zur Katastrophe für die Bewohner von Eden führt, wie es schon bei der Nachbarenklave Jericho passiert ist. In einem steten Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit wird die Geschichte der Untoten und der Errichtung von Eden durch Monchinski geschildert. Wie ungläubig die Menschen den ersten Angriffen gegenüberstanden, die Regierung alles unter dem Tisch halten wollte und auf Zeit gespielt hat, ohne die wahre Bedrohung zu akzeptieren, wie in Pressekonferenzen standhaft eine ernste Gefahr mit Lügen heruntergespielt wurde. Ebenso wie sich die wenigen übrig gebliebenen Menschen mit ihrer Situation arrangiert und begriffen haben, dass sie eine der letzten Bastionen der Menschheit gegen die Untoten sind.
In Monchinskis "Eden" existieren die Fitness-Zombies (hier Sprinter genannt) aus dem "Dawn of the dead"-Remake in enger Gemeinschaft mit den Gehhilfen-Untoten (hier Schlurfer genannt) aus Romero-Zeiten, die sich nur langsam un unbeholfen vorwärts bewegen können, gemeinsam ist ihnen aber die Gier nach Menschenfleisch (im Gegensatz zu Brian Keene werden hier die Tiere nicht vom Virus befallen dienen aber als Ersatzhäppchen, wenn gerade keine Menschen fressbar in der Nähe sind). Der Autor liefert keine Erklärung für das Phänomen der lebenden Toten, TV-Diskussionen mit Spezialisten und sogenannten Experten (erinnernd an den Film "Zombie" - in Deutschland so betitlet - von George A. Romero) führen wie erwartet und auch im wahren Leben zu nichts (man denke nur an die ganzen Diskussionen nach einem vermeintlichen Amoklauf von Jugendlichen über das Thema gewaltverherrlichende Spiele und Filme, die im Endeffekt doch nur gehaltloses Gewäsch sind), er lässt die Schicksale einiger Charaktere (von denen aber auch viele aufgrund der Thematik ziemlich leblos wirken) offen und bietet zum Ende auch keine Lösung an. Er haut dem Leser "nur" einen echten Zombie-Splatter-Roman um die Ohren - auf die Augen -, wie es ihn lange nicht gab. Endzeit ist Essenszeit. Die ultimative Zombieapokalypse. Eine zerstörte Welt ohne Hoffnung. Sehr gefällig neben der ganzen Action, die sich aber auch von Beginn bis Ende durchzieht, ohne Atem zu holen, sind die vielen Filmzitate nicht nur aus dem Horrorbereich. Angenehmer, aber nicht allzu anspruchsvoller Schreibstil, Tempo, einige Spannung und etliche Härten machen das Buch zu einem Page-Turner, der selbstverständlich jeden sich ernst nehmenden Literaturkritiker auf die Palme bringen würde. Wundert mich eh, dass hier noch nicht nach Zensur oder neudeutsch Marktanpassung geplärrt wurde. Äußerst brutal und nicht wirklich höheren Weihen in Literatenkreisen genügend, aber für den geneigten Konsumenten wirklich packend und erfreulich, wird der Leser angesprochen, der sich aber durch die scheinbar willkürlichen Zeitsprünge durchaus konzentrieren muss, um nicht den Überblick über die Handlung zu verlieren. Obwohl also eine wirkliche chronologische Reihung fehlt, die sogenannte Zivilisation am Ende den Bach runtergeht, wurde die Geschichte um Eden eine äußerst unterhaltsame Lektüre für erwachsene Leser. Dass im Nachwort aus Tom Savini plötzlich im Druck Tom Savin wurde ist mal wieder ein Beweis, dass echte Wertarbeit für die Verlage nicht mehr aktuell ist. Wird schon keiner merken, dass wir nicht mehr auf Sprache achten. Korrekturlesen ist was Anderes. Lektor, was ist das? Hauptsache verkauft. Davon abgesehen ist das Buch für den Horror- und Zombiefan fast schon Pflichtlektüre. Klare Kauf- oder zumindest Leseempfehlung.
Falls hier jemand Fehler findet, kann er sie behalten. Finderlohn gibt es nicht.
Donnerstag, 7. Oktober 2010
>>>NUDE NUNS WITH BIG GUNS
Dienstag, 5. Oktober 2010
Geburtstagsspecial: Blade Runner bespricht Charlie Valentine!
Doch wie in einem B-Actionfilm, fuhr ich los, fand ihn in einem einsamen Holzhaus in den Bergen, um ihn dann noch einmal für einen letzten Auftrag aus dem Ruhestand zu holen, damit er zeigen kann das er nichts verlernt hat *gg*.
Um nicht irgendwas zu besprechen hat er sich einen Film ausgesucht der bisher noch keine deutsche Besprechung erfahren hat. Nämlich Charlie Valentine von Jesse Johnson und damit schließt sich der Kreis, denn kaum ein anderer hat den Regisseur so promoted wie er. Absolut passend ist es auch das der Film endlich am 19.10.2010 in den USA eine DVD Veröffentlichung erhält. Dafür bekam der Film nicht nur einen neuen Titel, sondern auch einen neuen Trailer. Das alles findet Ihr jetzt bei diesem Geburtstagsspecial und Blade Runners Besprechung zu Charlie Valentine. Ich bedanke mich bei Blade Runner und wünsche nun viel Spaß!
BLAST FROM THE PAST: "Comin' At Ya! (3D Noir)"
Montag, 4. Oktober 2010
Bücherreport September
1. Rick Mofina. "Countdown". Thriller. Ein vielversprechender Klappentext, in welchem verschiedene Ereignisse zu einem Gesamtkonstrukt verwoben werden. Im Irak rettet eine Krankenschwester einen LKW-Fahrer aus den USA. In Kalifornien sucht eine Mutter ihren verschwundenen Sohn. In den kanadischen Rocky Mountains rettet ein Polizist auf "Zwangsurlaub" ein Mädchen aus einem reißenden Fluß. Ihre letzten Worte nötigen seinen Polizisteninstinkt die Ermittlungen aufzunehmen. Ohne große Unterstützung seiner Vorgesetzten führen ihn Spuren in die USA und zu einem Komplott immensen Ausmaßes. Ein erschütterndes Attentat ist geplant. Allein sein Stil reißt nicht mit, die Story wird zu schnell vorhersehbar. Überzeugend ist was anderes. Leider hat sich der Autor entschlossen, seine Leser nicht allzu sehr mit Substanz zu belästigen und den eindimensionalen Charakteren kein bißchen Flair zugestanden. Schwarz-Weiß-Denken sowie etliche Klischees runden das Ganze ab. Und die meisten Leser kommen schon nach ca. 100 Seiten nicht nur auf die Hintergründe, sondern können auch das Ende ohne zu viel Gedankenspiele vorausahnen. Geht in der Masse der Veröffentlichungen unter und wird in allen Punkten der Belanglosigkeit schuldig gesprochen. 3/10
2. Michael Connelly. "So wahr uns Gott helfe". Thriller. Connelly, der vor kurzem noch an der -Seite des am 30.9. verstorbenen Seriencreators Stephen J. Cannell eine kleinere Rolle in der TV-Serie "Castle" hatte, ist im Thrillerbereich eigentlich eine sichere Bank. Sein neustes Buch führt den Anwalt Michael Heller dazu, dass er den Mord an einem Kollegen aufklären muss, der ihm seine Fälle und die Kanzlei vermacht hat, was nun zu einer Bedrohung wird. Welcher Klient hat etwas zu verbergen? In einer größeren Nebenrolle taucht auch sein Serienheld Harry Bosch als Ermittler auf, der Heller später unterstützt. Falsche Fährten, juristische Tricks und körperliche Gewalt halten Einzug ins das bisher beschauliche Leben des Anwalts. Insgesamt ein gut recherchierter Justizthriller, der mehr Substanz hat, als mehrere Bücher zusammen aus der Feder bestimmter Erfolgsautoren. Zudem wird auch vor den Fehlern des amerikanischen Rechtssystems nicht halt gemacht und die Methoden und Abläufe vor Gericht angeprangert. Mehr Show als sein, mehr gewinnen als Gerechtigkeit üben. Tricks und Lügen, um alle zu täuschen. Jeder ist ein Lügner. Ein paar kleinere Mängel wie z.B. die überflüssige Enthüllung am Ende, die nichts mit dem Fall zu tun hat, schmälern die Punktzahl auf 7/10.
3. Daniel Silva. "Das Terrornetz". Thriller. Eine weitere Aufgabe für den Kunstrestaurator Gabriel Allom, der hinter dieser Fassade eigentlich als Killer im Dienste des israelischen Geheimdienstes steht. Natürlich geht es gegen die bösen Terroristen aus dem Umfeld Israels. eigentlich ist das schon eher ein Gewohnheitskauf, da ich die Serie nunmal begonnen habe und sie mir anfangs auch ziemlich zusagte, nur mittlerweile ist das Thema abgedroschen. Statt den heldenhaften Kämpfern gegen den Terror aus den USA sind nun die Israelis die Protagonisten unterstützt von ihren Verbündeten USA und Großbritannien und Seitenhiebe gegen die deutsche Vergangenheit gehören zum guten Ton, auch wenn Deutschland in den Storys keine Rolle spielt. Diesmal geht es gegen einen saudischen Milliardär, der die Terrororganisationen im Nahen Osten mit seinen Geldern finanziert. Um ihn auszuschalten, versucht man mit Hilfe seiner Leidenschaft für Kunst an ihn heranzukommen. Nach einem verheerenden Attentat auf den Vatikan macht sich Allom daran, ein bekanntes und beühmtes Bild für den Milliardär aufzubereiten, um sich undercover in die Organisation einzuschleichen und sie zu vernichten. Planen, ausführen, verschwinden. Spannung ist leidlich vorhanden, Action zu Beginn und gegen Ende satt, dazwischen viel Dialog und Planspiele. Vergleiche mit John Le Carre sind zu hoch gegriffen, aber erzählerisch und sprachlich ist Silva einigen seiner Kollegen doch weit voraus. Sein Kniff mit dem Kunstgewerbe dem Ganzen einen intellektuelleren Anstrich zu geben, ist lobenswert (außer dass das Thema Kunst bei mir Perlen vor die Säue ist) und nicht zu verachten, aber über gutes Mittelmaß kommt er hier nicht hinaus. 6/10
4. Daniel Silva. "Das Moskaukomplott". Thriller. Gleich der nächste Silva. Diesmal werden die neuen Reichen in Russland ins Visier genommen. Ein Waffenhändler gerät ins Fadenkreuz von Gabriel Allom und seinen Leuten. Ein Freihändler, der an jeden alles verkauft, was dieser Kunde zu bezahlen bereit ist. Israels Angst vor Atomwaffen in den Händen ihrer unfreundlich gesinnten Nachbarn treibt sie also dazu, diesen Typen auszuschalten. Mal abgesehen davon, dass die neue Bedrohung nicht von einem Araber ausgeht, läuft die Story nach genau dem gleichen Schema ab wie die des Vorgängers. Mit einem restaurierten Bild in die Falle gelockt und die Pläne vereitelt, aber unerwarteterweise schafft es der Waffenhändler seinen Häschern zu entkommen, was auf eine Fortsetzung schließen lässt. Wieder ein völlig einseitiges Buch, in dem Israel als einzige Nation (neben den USA) mit einer Berechtigung zum Töten seiner Feinde mit allen Mitteln und außer acht lassen jeglichen internationalen Rechts ausgestattet wird. Differenzierte Geschichten sehen anders aus. Sprachlich und stilistisch hat isch natürlich auch nichts geändert und sein Erfolg gibt Silva recht, doch wenn man zwei seiner Bücher in direkter Folge liest, fallen die Parallelen deutlich ins Auge und man langweilt sich denn doch. Daher auch nur 6/10.
5. Douglas Preston/Lincoln Child. "Cult". Thriller. Eigentlich ist der Begriff Thriller für die Pendergast-Romane nicht wirklich zutreffend, da sie genreübergreifend verfasst und nicht in eine bestimmte Kategorie einzuordnen sind. Wissenschaft, Geschichte, Horror, Fantasy, Thriller, Computertechnik - all diese Elemente finden in der Reihe um Special-Agent Pendergast Eingang. In "Cult" widmet sich das Autoren-Duo dem Zombie-Thema. Aber nicht so wie dereinst George A. Romero, sondern mehr auf den karibischen Voodoo-Kult bezogen. Ein Freund von Pendergast wird in New York getötet, obwohl der Mörder nachweislich schon Tage vorher das Zeitliche gesegnet hatte. Die Presse speilt den Fall hoch, schnell ist eine verdächtige Gruppe von Außenseitern gefunden, die man als Schuldige präsentieren kann. Natürlich ein Trugschluss. So einfach sind die Pendergastfälle nun doch nicht gestrickt. Manche Szenerie erinnert an vergangene Romane wie "Das Relikt", aber das Gespür für Atmoshäre hat die Autoren nicht verlassen. Okkultes, düstere Gewölbe, falsche Fährten, überraschende Wendungen - alles vorhanden. Routiniert geschrieben, durchaus spannend, stellenweise etwas härter als die Vorgänger, aber auch wieder mehr auf dem Boden der Tatsachen. Für die Fans der Reihe sicher ein Muss, für mich mittlerweile nur reine Vervollständigung. Es wird Zeit für etwas Neues. Eine neue Reihe oder wieder einige Einzelabenteuer. Gönnt Pendergast ne Pause. 6/10
6. Jean-Christophe Grange. "Choral des Todes". Thriller. Frankreichs Vorzeigeautor mit der außergewöhnlichen Themenwahl ist wieder aktiv. In einer Kirche geschieht ein Mord. Den Fall übernimmt der pensionierte Kommissar Kasdan mit einem vom Drogenentzug gebeutelten, rekonvaleszenten Kollegen namens Volokine. Die beiden ungewöhnlichen Protagonisten werden durch weitere Morde auf eine ungewöhnliche Methode aufmerksam, die zu beweisen wirklich schwer fällt. Außerdem ist es nicht leicht, die Hintergründe aufzudecken, die bis in die tiefste Vergangenheit zurückführen und mit Chile, Nazideutschland, Sekten und einem Staat im Staate zu tun haben. Zeugen sterben, Spuren werden vernichtet. Grange verbindet die nationalsozialistische Idee mit deren Faible für klassische Musik und komponiert selbst ein wirklich gelungenes Stück Literatur mit historischem Hintergrund. Detailliert und vielschichtig seine Protagonisten, spannend und teilweise brutal seine Story, die den Leser wirklich in ihren Bann ziehen kann. Ein wieder einmal düster gestricktes Werk, das die Abgründe und Boshaftigkeit der menschlichen Seele zum thematisiert. Hier findet man keine strahlenden Helden ohne Makel. Ein erzählerischer Ästhet mit Hang zu außergewöhnlichen Stoffen und thematisch ein Abweichler vom üblichen Einheitsbrei. Wer "Die purpurnen Flüsse" mochte und düstere, abgründige Geschichten mag, ist hier goldrichtig. 8/10 (Hätte eigentlich eine umfangreichere Besprechung verdient, aber der Zeitmangel hat es verhindert).
7. Patrick Robinson. "Bis zum bitteren Tod". Thriller. Und weiter geht die Privatfehde zwischen Admirla Morgan auf US-Seite und dem zu den Palästinensern übergelaufenen englischen Major Kerman. Ein missglückter Anschlag auf den Flughafen Boston, die Festnahme der Beteiligten und ein absolut rechtsfreies Bombenattentat in Damaskus auf Kerman, für das Morgan die Israelis eingespannt hat, bilden den Beginn des Katz-und Mausspiels der beiden Kontrahenten. Danach beherrschen Kermans Planung zum Beseitigen des Admirals sowie der grobe Klotz Morgan die Szenerie. Und ab hier wird das Buch so richtig mies. Rechtslastig ist schon zu vornehm ausgedrückt. Die Verunglimpfung von Rassen, Hautfarben und einzelnen Personen anderer Herkunft oder Denkweise durch den Protagonisten ist schlicht ätzend. Ich mache mir nun wirklich bei den Thrillern oder Actionromanen mit terroristischem Hintergrund keine übermäßigen Gedanken über die einseitige Darstellung der Parteien, aber was hier abgeliefert wurde, stößt selbst mir übel auf. Dazu die Art des Admirals, der nicht nur rechthaberisch und selbstherrllich daherkommt, sondern auch seinem Präsidenten und allen in seinem Umfeld Befehle erteilt, alles inklusive Prässident kuscht und spielt die Marionette des durchgeknallten Rechtsauslegers. Es gibt kein Rechtsempfinden. Wer nicht spurt, gehört weggesperrt - wenn er Glück hat. Nationen, die nicht mit der USA - heißt hier Morgan - einer Meinung sind, müssen auf Kurs gebracht werden. Gitmo, Folter, Gefängnisse in Übersee - alles noch zu milde in den Augen des Admirals. Glücklicherweise ist dies der letzte Roman um die Hauptfigur des Admiral Morgan und ich hoffe, dass Patrick Robinson wieder zu alter Klasse zurückfindet und sich auch einer etwas gemäßigteren Ansicht zu seinen Themen befleißigt, denn was er hier abgeliefert hat, war schlicht unsäglich. Normalerweise sollte man ja mit den Hauptfiguren mitfiebern, aber hier war das nicht möglich. Hätte dies ein Deutscher verfasst, er wäre weltweit geächtet worden und hierzulande sicher auf dem Index gelandet. Nur für die Action zu Beginn und am Ende gibt es 2/10.




























