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Samstag, 25. November 2023

Curry-Action #06: "Tiger Zinda Hai" Review

5 Jahre dauerte es (im Film sind sogar 8 Jahre vergangen), bis der indische Superagent Tiger wieder ins Weltgeschehen einsteigen durfte. Inzwischen lebt er und seine große Liebe Zoya und ihren gemeinsamen Sohn zurückgezogen in Österreich. Doch als eine Gruppe pakistanischer und indischer Krankenschwestern im Nordirak als Geisel gehalten werden, müssen beide Topagenten ihren Ruhestand beenden und die Frauen retten bevor die Amerikaner das Krankenhaus bombardieren, um die Terroristen auszuschalten.

Die Handlung basiert lose auf wahren Begebenheiten, aber damit endet dann auch schon der Realismus. Wie gewohnt bekommt man den ganzen Bollywood-Bombast geboten, auch wenn der neue Regisseur Ali Abbas Zafar („Bloddy Daddy“) einen deutlich ernsteren Ton anschlägt als noch der Vorgänger. Vorbei ist der Versuch die Genres zu mischen, denn man bekommt hier größtenteils wirklich einen Actionthriller zu sehen. Zwar gibt es noch zu Beginn einiges Geplänkel zwischen den beiden Hauptdarstellern, aber schnell groovt sich der Film ein und bleibt dem Thriller Plot treu. Dabei gibt s nur 2 Musikszenen, wobei eine sogar nur als Infiltrierungsmontage genutzt wird und nur die erste an typische Bollywoodkost erinnert. Die große dritte Tanzszene in Griechenland findet dann erst zum Abspann statt. So kann man sich als interessierter durchaus auf den Film einlassen, ohne rausgerissen zu werden. Trotz allem merkt man aber dennoch, dass die Geschichte für die stattlichen 160 Minuten nicht wirklich ausreicht. Trotz immer wieder eingestreuter Action tun sich dann irgendwann einige Längen auf – ein Problem, welches auch fast alle Hollywoodblockbuster frönen in den letzten Jahren. In Indien sind solche Laufzeiten noch nie ungewöhnlich gewesen, aber im westlichen Bereich guckt man dann doch mal auf die Uhr.

Die Story fällt immerhin überraschend straight und zielgerichtet aus. Dabei wird Patriotismus und Pathos natürlich großgeschrieben, aber man muss auch positiv vermerken das vor allem die schwierigen Verbindungen zwischen Indien und Pakistan hier sehr gut aufgegriffen werden und beide Länder zusammenarbeiten müssen, um die Frauen zu retten. Selbst die Amis kommen hier gut weg, so dass vor allem die arabischen Terroristen durch und durch böse sind. Das wird auch immer wieder mit einigen Szenen, wie die Exekution von Geiseln, deutlich unterstrichen.

Sonst wird hier geklotzt und nicht gekleckert. Der Aufwand ist groß und man sieht es den Film an. Sowohl bei den internationalen Schauplätzen, was wieder den Agentencharakter unterstreicht, als auch bei den Actionszenen. Diese sind durchweg gut inszeniert und ganz gut über den Film verteilt. Zu Beginn gibt es sogar eine Skiszene, die ganz klar auch eine Hommage an James Bond ist – auch wenn Tiger hier gegen ein Rudel Wölfe antritt, um seinen Sohn zu beschützen. Diese sind meist echte Tiere, aber bei der Action animiert (zu Beginn auch extra der Hinweis das keine Tiere verletzt oder getötet wurden!). Sonst gibt es immer mal wieder einige Schießereien und Verfolgungsjagden, über die man sich wahrlich nicht beschweren kann. Höhepunkt ist natürlich der halbstündige Showdown als die Geiseln befreit werden. Hier kracht es an allen Ecken und Enden und man bekommt neben diversen Ballereien auch eine Menge wuchtiger Explosionen zu sehen. Dabei ist das meiste handgemacht und sieht entsprechend gut aus. Dabei dürfen Superstar Salman Khan und natürlich auch Katrina Kaif immer wieder zeigen was sie so drauf haben – auch wenn Kaif etwas öfter gedoubelt wird. Khan wird natürlich in fast jeder Szene zelebriert und da kann man natürlich auch mal aussteigen und die Augen verdrehen. Immer wieder unterlegt mit dem „Tiger Theme“ posiert er sich oftmals in Zeitlupe durch die großen Actionaugenblicke. Mal mit einem fetten MG wie früher Rambo oder auch im Nahkampf. Das ist manchmal nah an einer Parodie, aber voll ernstgemeint, und für westliche Zuschauer oftmals einfach zu viel. Nicht so schlimm wie in „OM“, aber dennoch nicht weit entfernt und an die 80er erinnernd, als Männer noch Männer sein durften und übertriebene Action zelebriert wurde. Ich kann damit sehr gut leben, auch wenn natürlich die eine oder andere Zeitlupe schon cringe ist.

Insgesamt ist aber eine Steigerung zu merken. Der deutlich ernstere Ton gefällt, es ist alles vernünftig gespielt und die Action legt noch einmal eine Schippe drauf. Trotzdem ist die Lauflänge doch etwas zu viel des Guten und auch einige Figuren weniger wären nicht schlimm gewesen. Gut unterhalten wurde ich dennoch und deswegen ist Teil 2 besser als der noch deutlich leichtere Vorgänger. Das „Spy Universum“ entwickelt sich also in die richtige Richtung. Als nächstes steht dann „War“ auf dem Zettel. 

6/10

 

Montag, 6. November 2023

Curry-Action #05: "Ek Tha Tiger" Review

 

Im Bollywoodboom vor ein paar Jahren ist dieser Film sogar unter dem Titel „Mission Liebe“ bei uns veröffentlicht worden. Trotz der Action, die hier vorhanden ist, passte der Film trotzdem ins Portfolio der Labels denn neben der Action gibt es hier natürlich alle Zutaten eines erfolgreichen Bollywoodfilmes. So avancierte die Mischung aus gut gemachter Action, Liebesgeschichte, Agententhriller und natürlich Musicalnummern zu einem großen Hit in Indien, welcher inzwischen 2 Fortsetzungen, einen Gastauftritt von Tiger im Megahit „Pathaan“ nach sich zog und natürlich das „Spy Universe“ begründete – obwohl das damals sicherlich nicht der Plan war.

Abseits von Fans solcher Streifen wird es aber schon etwas schwierig einen Zugang zu finden. Zwar ist der Start fulminant mit einer wirklich guten Actionszene beziehungsweise Verfolgungsjagd, aber danach wird erst einmal runtergefahren und es entwickelt sich eine Komödienhafte Liebesgeschichte, die immerhin ganz unterhaltsam geraten ist. Das zieht sich aber locker über eine Stunde, so dass man mit dieser Art schon was anzufangen wissen sollte, denn als Actionfan ist man sonst schnell raus, wenn gescherzt, getanzt und gesungen wird. Dabei entwickelt sich auch der Hauptplot kaum und kommt erst langsam wieder in Fahrt. Kann man mit solchen Dingen Leben, dann ist man hier sicherlich ganz gut bedient. Denn das gezeigte ist durchaus charmant und nett gemacht, hat ein paar gute Gags und auch aufwändige Szenen in London inklusive Tanz, was dem Film neben anderen Schauplätzen natürlich einen Internationalen Touch gibt.

Geht die Agentenstory wieder los – die beiden sind, ohne viel zu spoilern, Agenten einmal aus Indien und einmal aus Pakistan, was natürlich für sich schon genug Probleme mit sich bringt – bekommt man später wieder einiges an Action und Verfolgungsjagden geboten. Die ist meist handgemacht und ordentlich inszeniert, hat aber auch einige Schwächen bei den digitalen Effekten zu bieten. Das man natürlich nicht auf viel zu coole Posen und übertriebene Szenen, mit völlig überzogenen Musikthema, verzichten muss, sollte klar sein. Das ist für westliche Augen teilweise sehr lächerlich, gerade weil Superstar Salman Khan auch nicht sofort unbedingt als Actionheld auffällt. Aber er macht seine Sache trotzdem ordentlich im Actionbereich und harmoniert mit der deutlich jüngeren Katrina Kaif ziemlich gut.

So ist „Ek Tha Tiger“ ein etwas an James Bond orientierte Geschichte, die einige gute Actionszenen bietet, aber vor allem ein Produkt seines Landes ist. Soll heißen: Hier ist alles vorhanden was so einen Film in seiner Heimat erfolgreich macht. Für den Actionfan oder den meisten westlichen Zuschauer regt die Mischung eher zum Kopfschütteln an. Auch die letzendliche Story um die beiden Agenten und einer Verschwörung hat nicht viel Neues geboten. Mir war insgesamt aber schon auch etwas zu viel Leerlauf drin, aber ich habe schon schlechteres aus Indien gesehen und kann den Erfolg auch nachvollziehen. Ich hoffe aber bei den Fortsetzungen auf mehr Action und Krawall.

5/10

Dienstag, 5. September 2023

Curry-Action #04: "Sanak" Review

 

Zurecht gibt es viel Skepsis gegenüber Filmen aus Indien, da sie doch oftmals unsere Sehgewohnten arg strapazieren. Doch hier kann ich gleich zu Beginn sagen, dass „Sanak“ aus jedem anderen Land wie z.B. den USA, HK, China, England oder Frankreich hätte stammen können. Oftmals geführt als ein indisches Remake von „John Q“ ist der Actionstreifen aber eher ein „Die Hard“ Klon wie er damals zu seligen Videothekenzeiten alle paar Monate mal erschienen ist. Was ja nicht wirklich Schlechtes heißen muss.

Als die Freundin von MMA Trainer Vivaan schwer krank wird, muss er alles verkaufen, um das Geld für die OP aufzutreiben. Nachdem alles gut verlaufen ist, will er seine Herzensdame abholen und gerät dabei in eine Geiselname von Gangstern, die ihren Boss befreien wollen, dem ebenfalls eine OP unterzogen wurde. Also muss Vivaan alles geben, um seine Freundin und die anderen Geiseln zu befreien.

Die Story reißt keine Bäume aus und präsentiert Figuren aus dem Baukasten. Selbst die Hauptfigur bekommt kaum etwas Background zugestanden und so braucht man auch keine Tiefe zu erwarten. Dementsprechend gibt es wenig Drama – nur zu Beginn eigentlich und vielleicht noch, wenn es einigen Geiseln an den Kragen geht. Der Rest der Handlung fokussiert sich dann schnell auf die Action und die Taten des Helden.  Bei so einer Prämisse in einem Actionfilm, braucht man eigentlich auch nicht viel mehr. Die Rollen zwischen gut und Böse sind klar gezeichnet und durch die Geiselnahme, bleibt die ganze Rettung an Vivaan hängen da die Polizei von draußen incht eingreifen kann um keine Leben zu gefährden.

So bleibt klar die Action hängen und diese rockt die meiste Zeit ziemlich gut. Schon in „Commando“ hat Vidjut Jammwal seine Actionqualitäten unter Beweis gestellt und auch hier darf er hier ebenfalls alle Register ziehen. Trotz Schusswaffen gibt es hauptsätzlich knackige Kämpfe und Stunts zusehen. Das liegt daran, dass wirklich jeder Bösewicht Kampfsporterfahrung hat. Dabei fallen die Fights eher verspielt aus und erinnern nicht nur einmal an ältere Jackie Chan Werke: Da werden Therapiebälle eingesetzt, eine Gehhilfe umfunktioniert, Sportbänder zur Verteidigung genutzt und so weiter. Dabei gehen schön diverse Scheiben zu Bruch, Hauptdarsteller und Gegner knallen irgendwo gegen oder prallen von Wänden ab. Alle Fights sind toll durchchoreographiert, mit schnellen Tritten, schnellen Schlägen und etlichen Stürzen. Action die man nur noch selten zusehen bekommt. Dabei kann Jammwal ebenso überzeugen wie seine Gegner und diese bestehen fast komplett aus – im HK-Kino würde man Gweilos sagen – Internationalen Gesichtern und so unterscheiden sich auch die Kämpfe. Zum Beispiel treten bei einem zwei Chinesen an und das Tempo wird deutlich angezogen von den Tritten, Stürzen und der Abwehr her.  Deswegen gibt es auch einiges an Abwechslungen und nur der finale Kampf enttäuscht etwas – wobei der Showdown trotzdem gut ausfällt.

Dass die Action so gut ist, liegt natürlich auch an die Experten von Andy Long Nguen und seinem Stunteam, der auch schon ein paar Mal mit Jackie Chan gearbeitet hat. Alle leisten vollen Körpereinsatz und neben den vielen gut verteilten Fights gibt es dann auch noch ein paar Ballerszenen – die okay sind aber keine Bäume ausreißen – und auch ein paar kleine Explosionen, die auch zum großen Teil echt und nur vereinzelt CGI unterstützt sind. Auch ist der Ton meist ernst und die Kaltblütigkeit gegenüber einigen Geiseln ist schon etwas härter. Bedeutet die Terroristen sind schön Böse und Skrupellos.

Zwischen den Kämpfen gibt aber auch mal etwas Leerlauf, was hauptsächlich an ein paar belanglosen Dialogen liegt, aber auch an der schwachen Figurenzeichnung, welche auch die eine oder andere Nebenfigur zu viel ins Spiel bringt. Trotz allem kommt in den zwei Stunden keine Langeweile auf, die Comedyelemente sind kaum vorhanden und es gibt keine Musicalnummern und Tanzszenen – nur beim Abspann. Zum Glück gibt es nur minimale Entgleisungen in typischer Manier mit einer Zeitlupe zu viel, einer mal zu coolen Pose oder den einen oder anderen komisch wirkenden Move. Doch das tut der finalen Bewertung keinen Abbruch. „Sanak“ ist ein sehr guter Actionfilm mit stylischen Fights, aber auch einigen kleineren realistischen Ansätzen wie Griffe und Beinscheren, einer gesunden Härte und einer Regie und Kameraarbeit, die alles dem Zuschauer deutlich präsentiert und nichts verwackelt oder verschneidet. Es dauert zwar etwas bis die Action losgeht, aber dann ist diese sehr gut über den Film verteilt und lässt auch kleine Hänger schnell vergessen. Wie schon „Commando“ – welcher hier auch noch irgendwann besprochen wird – überzeugt dieser Actionfilm mit Vidjut Jammwal und unterstreicht seinen Status als Actionstar. Auch für Actionfreunde zu empfehlen die keine Bollywood-Filme frönen – trotz kleiner Schwächen.  7/10

Mittwoch, 2. August 2023

Curry-Action #03: "OM: The Battle Within" Review

 

Bei „OM: The Battle Within“ zeigt sich ganz viel, was aktuell im indischen Kino schiefläuft und nur teilweise funktioniert. Doch wo fängt man hier an? Das Drehbuch ist sicherlich eine große Baustelle, welche die Figuren einfach nur schablonenhaft skizziert und seine eigentlich einfache Geschichte unnötig verkompliziert und natürlich in die Länge zieht. Dabei fallen auch einige Überraschungen auf, die einfach nicht funktionieren und teilweise abstrus bescheuert sind. Auch sind einige Figuren nur da, ohne den Film zu nutzen. Dazu versammeln sich dann auch noch einige wirklich schreckliche Effekte, die vor allem zu Beginn und im Finale negativ auffallen. Die Greenscreeneffekte auf dem Kriegsschiff zu Beginn sind ebenso miserabel wie das Schiff selbst animiert ist. Allein die Maße des Schiffes passt vorne und hinten nicht und beim Showdown häufen sich dann etliche billige CGi Bluteffekte und manch andere Dinge. Das kann das indische Kino viel besser.

Aber kommen wir doch zur Action, die zwar gut über den Film verteilt ist, aber nur so vor Größenwahn trotzt. Dazu kommt dann noch das sich fast jede Actionszene einfach durch den schwachen Schnitt und den völlig übertriebenen Einsatz von Zeitlupen selbst aushebelt. Dabei macht Aditya Roy Kapoor in seiner ersten richtigen Actionrolle durchaus eine gute Figur – auch vom Körper her. Doch alles ist so überzeichnet und übertrieben das man dann nur noch mit den Augen rollt. Zum Anfang denkt man sogar noch, dass er eine Art genetischer Supersoldat ist, doch nein, alles was er veranstaltet ist einfach er – weil er halt der Held ist. Da fliegt er förmlich aus dem Wasser wie ein Superheld oder vollbringt wahre Wunder mit seiner Muskelkraft, wenn er allein einen Hubschrauber an einer Eisenkette hält und zum Absturz bringt. Das darf auch gerne mal so sein, wird hier aber technisch oftmals einfach versemmelt. Fast jeder Hieb oder Tritt wird gestoppt oder in Zeitlupe wiedergeben – natürlich unterstützt von nervender pompöser Musik, welche fast jede Szene, ob normale Handlung oder Actionszene - als so dramatisch entscheidend hinstellt, dass man sich irgendwann nur noch wundert, was die Leute in der Post-Produktion geraucht haben. Klar gibt es auch Augenblicke, wo die Action Laune macht, weil viel explodiert oder Kapoor mal zeigen kann was er im Nahkampf so drauf hat, aber das ist leider viel zu selten der Fall. Und gerade im Showdown fällt auch auf, dass der Regisseur – sonst eigentlich eher als Kameramann tätig – überhaupt kein Gespür für Action und Timing hat, denn etliches wirkt einfach nur gestellt und dadurch sogar billig.

Der Rest ist dann wie gesagt nicht der Rede wert: zwischen den Actionszenen wird es auch gerne mal langweilig, es wird viel geredet, ohne dass etwas gesagt wird und über einige Ideen schüttelt man nur den Kopf. Erstaunlicherweise gibt es nur eine Musik-/Tanzszene, welche sogar relativ harmonisch in einem Club spielt und fast in die Handlung passt, weil die Akteure nach einer erfolgreichen Mission feiern gehen.

Der Film war ein Megaflop und ich habe auch kaum eine Kritik gefunden, welche den Film gut findet. Das ist verständlich, weil hier weder Geschichte noch Action zusammenpassen. Und beides getrennt funktioniert auch nicht wirklich. Ich habe es aber nicht bereut den Film gesehen zu haben, denn dafür ist etliches einfach zu doof gewesen und teilweise kann man über die maßlos übertriebene Action nur verblüfft sein – aber im Gegensatz zu vielen anderen Produktion funktioniert das hier leider null. Da hilft auch ein Star wie Jackie Shroff in einer kleinen, ebenso bescheiden geschriebenen Rolle, nichts mehr. Der Film ist tatsächlich ein Desaster und sollte als Lehrfilm dienen, wie man es nicht machen sollte, aber auch hier nach folgten noch einige Flops die in eine ähnliche Richtung gingen. Warum sollte Indien auch anders ticken als Hollywood. 3/10

Samstag, 22. Juli 2023

Curry-Action #02: "Heropanti" Review

„Heropanti“ ist genau die Art Bollywoodfilm, welche vor etlichen Jahren den Boom in Deutschland gestartet hat und viele Mädchen und Frauen dazu gebracht hat plötzlich indische Filme zu schauen. Hier gibt es die üblichen Zutaten wie Familiendrama, Komödie, Liebesgeschichte (oder quasi 2), Musicalnummern und auch etwas Action. Doch das Endergebnis ist nichts, was sich lohnt.

Im Grunde geht es um eine Gangsterfamilie (wobei man zu Beginn hat diese Ernst zu nehmen wenn der Oberboss und Vater mit einem lila Turban herumrennt) die ihre Töchter zwangsverheiraten. Als die erste Tochter mit der wahrten Liebe verschwindet, tun die Gangster alles, um sie zu finden und spüren ihre Freunde auf damit diese sie verraten. Dabei stoßen sie auf den Obercoolen Bablu, welcher sich dann später in die zweite Tochter verliebt – doch auch sie ist schon für jemand anderes vorgesehen. Das alles endet natürlich, nach vielen Problemen und Tränen, in einem kitschigen Happyend.  

Es ist etwas schwierig Sympathie für die Familie zu empfinden, wenn man erfährt das die unter anderem auch für viele Morde zu ständig war in der Vergangenheit und dann auch noch Zwangshochzeiten zustimmt. Und um ihr Ziel durchzusetzen auch gerne Leute entführen und foltern. Auf sowas muss man sich halt einlassen. Leider gibt es dann für uns Actionfreunde auch keine wirklichen Schauwerte. Nur zwei Actionszenen darf man bewundern, wobei die zweite in einer verfallenen Häuserruine immerhin gut anzusehen und choreographiert ist. Doch das reicht natürlich nicht aus die kompletten über 2 Stunden zu ertragen. Der Rest ist dann ein typisches hin und her und ein Genremischmasch wie man ihn wohl so nur aus Indien bekommt. Dabei kann man immerhin den Tanz- und Musikszenen eine brauchbare Inszenierung attestieren, welche die Story aufgreifen und meist irgendwelche Tagträume sind.

Der Film war ein riesiger Hit 2014 und der Startschuss für die Karrieren von Tiger Shroff und Kriti Sanon. Beide bestechen eher mit dem Aussehen als mit schauspielerischem Talent. Vor allem Tiger Shroff- Sohn von Bollywoodstar Jackie Shroof -  besticht durch seine Köperkontrolle, der Fitness und seinem Musterkörper bei den Tanzszenen und auch in den beiden Kampfszenen. Sonst ist die Rolle etwas undankbar, weil er fast schon arrogant daherkommt und sein Gesicht auch etwas Maskenhaft wirkt. Ich hoffe das seine späteren Filme dann doch mehr auf Action setzen. Die Herzdame kann da schon etwas mehr spielen, ist aber jetzt auch keine Offenbarung, aber hier ging es sicherlich eher um das aussehen der damals neuen Stars – welche beide noch sehr aktiv sind.

Sonst ist der Film durchaus ordentlich produziert und mit Aufwand umgesetzt, aber Story und etliche Witze gehen für unsere Sehgewohnten oft ins Leere und insgesamt – wie oftmals bei Bollywood- und inzwischen auch Hollywoodfilmen – deutlich zu lang für die dünne Geschichte. Den Streifen kann man sicherlich mal mit der Freundin schauen, aber alle anderen können sich das Ding sicherlich sparen – gerade, weil es so gut wie keine Action gibt. 4/10

Samstag, 15. Juli 2023

Curry-Action #01: "Bloody Daddy" Review

 

Der Trailer und einige Kritiken kündigten „Bloody Daddy“ als harten Actioner an, weswegen der nun als erstes meiner indischen Staffel im Player lag. Wirklich beschäftigt hatte ich mich nicht mit dem Film und so überraschte mich vor allem die Tatsache, dass der Streifen ein Remake des französischen „Sleepless Night“ darstellte. Somit nach „Sleppless“ mit Jamie Foxx schon die zweite Version des Thrillers. So bleiben zumindest wirkliche Überraschungen beim Plot aus. Denn die Handlung ist die gleiche – spielt diesmal in einem Luxushotel bei der eine Hochzeit ansteht - mit ein paar kleinen Änderungen. Das größte Thema ist dabei Corona, da der Film in dieser Zeit für ein Streamingportal gedreht wurde, und dieses Thema auch oberflächlich mit in die Handlung aufnimmt. Trotz der bekannten Prämisse ist das durchaus nett gemacht und mit einem treibenden elektronischen Score versehen, der die Spannung antreibt und die vielen schief laufenden Augenblicke gut untermalt.  

Dabei wird vor allem in der ersten Hälfte die Action eher sporadisch eingesetzt und das kippt erst nach der Hälfte. Dabei gibt es, ähnlich wie im Original, etliche Zweikämpfe und nur ein paar Schusswechsel. Dabei fällt die Action sehr bodenständig und rau aus. Hier ist kein übermäßiger Einsatz von Zeitlupen oder übertriebene Action zu finden. Die Fights und Stunts sind hart und knackig und die Kontrahenten nehmen beim z.B. beim Küchenfight auch alles zur Hilfe, was so rumliegt. Dabei ist die Choreografie gut und mit einigen netten Stunts versehen – ohne jemals dem Bombast zu verfallen. Am Ende gibt es noch ein paar solide Schusswechsel und einen gelungenen Carcrash in einem Tunnel zu sehen.

Auch der Rest fällt für einen indischen Film schon eher normal aus und so gibt es keine Tanz- oder Musikszene. Zwar werden Musik und ein Auftritt eines Rappers mit eingebunden, fügt sich aber harmonisch in den düsteren Stil ein ohne wie ein Fremdkörper zu wirken. Dabei gibt aber immer mal wieder etwas Humor, was die Stimmung aufhellt und auch die Darsteller schlagen sich ganz ordentlich. Gerade Bollywood-Star Shahid Kapoor hinterlässt einen guten Eindruck und hat sichtlich Spaß an seiner Bas-Ass-Rolle. Und nur minimal merkt man dann auch mal die immer wieder auftauchende coolness, welche die Inder gerne in ihren Filmen frönen. Aber wirklich nur ganz kurz.

„Bloody Daddy“ ist ein weiteres solides Remake von „Sleepless Night“, hat aber dadurch auch wenig Überraschungen zu bieten. Die Action tritt hauptsächlich in der zweiten Hälfte des 120 minütigen Filmes auf und überrascht durch die eher realistische und raue Art der Fights – was aber auch gut zur Stimmung des Filmes passt. Das war also schon einmal ein gelungener Einstieg, auch wenn es für mein Befinden noch etwas Actionreicher hätte zu gehen dürfen. Gute 6/10.

Montag, 10. Juli 2023

Curry-Action-Weeks: Action aus Indien - Heiß, Scharf & Sexy!

So, nachdem ich euch inzwischen vermehrt mit indischen Actionfilmen die Augen und Ohren zu baller, gab es für mich natürlich keine Frage, dass ich auch anderweitig liefern muss - Trailer reichen nicht mehr😎. Also habe ich mir (erst einmal😁) 25 Filme zugelegt (einige ältere und viele neue) die ich dann in den nächsten Monaten mit kleinen einzelenen Reviews auch außerhalb des Monatsreport (dort tauchen sie natürlich auch auf) würdigen werde. Zumindest ist das so angedacht um etwas breiter gefächert auf Action, Story, und Tanzszenen einzugehen, damit man als Actionfan weiß wo man sich gerne mal drauf einlassen kann - oder auch nicht. Natürlich habe ich mir nur Filme zugelegt die mich vom Thema und der Action her ansprechen weshalb vor allem Filme von Vidyut Jammwal und Tiger Shroof aufgenommen wurden. Aber halt auch einige große Hits und Flops. Ich bin gespannt und ihr hoffentlich auch. Also haltet die Augen auf wenn demnächst folgende Filme bei mir Zuhause über die Leinwand flimmern:

Teil 1

 
Teil 2
 














 
Teil 1

 
Teil 2